Fehlende Werbeeinnahmen
Ufa-Kinokette gerät stärker in Finanzklemme

Insolvenz der RMB-Gruppe löst Einbruch bei Werbeeinnahmen der Hamburger Ufa-Gruppe aus

 

lip HAMBURG. Die Ufa GmbH-Theater & Co. KG, Hamburg, drittgrößte deutsche Kinokette, gerät offenbar stärker in die Finanzklemme. Grund hierfür ist die Insolvenz des größten deutschen Vermarkters von Kinowerbung, der Düsseldorfer RMB Deutschland GmbH. "Wir haben durch die Insolvenz von RMB erhebliche Ausfälle bei den Werbeeinnahmen zu verzeichnen", erklärt ein Ufa-Sprecher gegenüber dem Handelsblatt. Über die Höhe der finanziellen Einbußen machte er hingegen keine Angaben. RMB sorgt für die Vermarktung von Werbespots in den Ufa-Kinos.

Mit dem Zusammenbruch von RMB könnte sich der Liquiditätsbedarf der angeschlagenen Ufa-Kette mit ihren 42 Kinos weiter verschärfen. Denn das Unternehmen bemühte sich bislang nur darum, eine drohende Finanzlücke für die kommenden Monate von 3 bis 4,25 Mill. Euro zu decken. Auslöser für diesen Liquiditätsengpass sind das traditionell flaue Sommergeschäft sowie mögliche Gehaltssteigerungen für die rund 1 000 Mitarbeiter. Zudem verfügt das Unternehmen über keine Kreditlinie (HB 23. April 2002) "Durch den Zusammenbruch von RMB sind uns erhebliche Werbeeinnahmen weggebrochen", erklärt ein Betriebsratsmitglied der Ufa-Gruppe. Dies dürfte die Suche nach einer Bank weiter erschweren. So hatte erst vor kurzem die Münchener HypoVereinsbank abgewunken, dem Kinobetreiber mit einem Betriebsmittelkredit aus der Klemme zu helfen. Offiziell nimmt die HypoVereinsbank hierzu aber keine Stellung. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen der Ufa sind aber auch andere Banken offenbar nicht bereit, dem Kinobetreiber ein kurzfristiges Darlehen zu gewähren. Dies weist ein Ufa-Sprecher aber zurück: "Wir verhandeln weiterhin mit den Banken".

Ob die Ufa-Anteilseigner möglicherweise selbst kurzfristig Geld nachschießen wollen, ist unklar. Pricoa, Apax und die Hamburger Kinokette Cinemaxx, die mit mehr als 50 % an der Ufa beteiligt sind, halten sich bedeckt. Sie erklärten bislang, dass sie an ihrem Engagement an der Kinokette festhalten wollen. Bei der Ufa fand unterdessen gestern Abend eine Wirtschaftsausschuss-Sitzung statt, die bis zum Redaktionsschluss anhielt. Den Betriebsräten soll dabei erläutert werden, wie die Kinokette vor dem drohenden Aus gerettet werden soll, heißt es aus Betriebsratskreisen. Unterdessen bemüht sich auch die RMB Deutschland GmbH um einen neuen Finanzgeber. "Wir stehen derzeit in Verhandlungen mit potenziellen Investoren. Die Gespräche verlaufen vielversprechend", erklärte eine RMB-Sprecherin. Nähere Einzelheiten hierzu wollte sie aber nicht nennen. An der RMB sind - wie bei der Ufa - die Fondsgesellschaften Apax und Pricoa beteiligt. RMB hatte am 25. April vorsorglich beim Amtsgericht in Düsseldorf einen Insolvenzantrag gestellt. Als Insolvenzverwalter wurde der Rechtsanwalt Biner Bähr bestellt. Er bemüht sich, RMB als Ganzes zu erhalten.

Quelle: Handelsblatt

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