Fehler des Bundeswirtschaftsministeriums
EU mischt sich bei Ruhrgas-Übernahme ein

Die Übernahme der Ruhrgas durch den Düsseldorfer Energiekonzern Eon ist gefährdet.

dhs/hsh/wil DÜSSELDORF. Im Haus des EU-Wettbewerbskommissars Mario Monti bereitet man sich auf die Überprüfung des Deals vor. Offiziell wiegelt Monti zwar ab, er will die Anhörung des Oberlandesgerichts Düsseldorf am 24. Juli abwarten, das die Fusion gestoppt hat. Sind die Richter dann immer noch der Meinung, dass Brüssel für die Genehmigung zuständig ist, greift Monti gern ein. Seine Behörde strebt schon lange danach, ihre Kompetenzen auszuweiten. Außerdem räumen auch Ruhrgas-Manager ein, dass dem Bundeswirtschaftsministerium ein Fehler unterlaufen ist. Seit der Eon-Konzern die britische Powergen geschluckt hat, erzielt er nur noch 50 Prozent seines Umsatzes im Inland und müsste von der EU überprüft werden.

"Staatssekretär Tacke hat das schlicht übersehen", empört sich ein Ruhrgas-Manager. Zwar gehen Eon und Ruhrgas davon aus, dass die EU die Übernahme genehmigt, doch das Verfahren kann sich über zwei Jahre hinziehen und die Neuordnung der deutschen Energiebranche stoppen. Gefährdet wären auch die vielen Zu- und Verkäufe, die Eon im Zuge der Ruhrgas-Übernahme eingeleitet hat. Außerdem kann die EU den Energiekonzern zu anderen Auflagen zwingen als das Wirtschaftsministerium. Für Eon könnte der Ruhrgas-Kauf allein durch den Zeitverzug unattraktiv werden. Schon der Verweis der Übernahme an Brüssel wäre daher eine Schlappe für die Bundesregierung, die zweite binnen weniger Tage nach dem Streit um die Führung der Deutschen Telekom.

Chaos herrscht aber auch bei Eon: Das Eilverfahren strengte die Berliner Ampere AG an, eine 75-prozentige Tochter der Stadtwerke Hannover. Und die sind zu je 12 Prozent im Besitz von Ruhrgas und der E-On-Beteiligung Thüga. "Eon-Chef Hartmann", höhnt ein Eon-Manager, "überblickt seine Beteiligungen nicht mehr."

Quelle: WirtschaftsWoche

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%