Archiv
Fehler über Fehler: Freiburg ermöglicht Berliner 3:1

Die Fehler des SC Freiburg verwertete Hertha BSC Berlin dankbar zum verdienten 3:1 (1:1)-Sieg, doch den größten Schnitzer der Partie leistete sich Schiedsrichter Wolfgang Stark.

dpa FREIBURG. Die Fehler des SC Freiburg verwertete Hertha BSC Berlin dankbar zum verdienten 3:1 (1:1)-Sieg, doch den größten Schnitzer der Partie leistete sich Schiedsrichter Wolfgang Stark.

Der Unparteiische aus Ergolding stellte den Berliner Alexander Madlung vom Platz, obwohl die geahndete Tätlichkeit Dick van Burik begangen hatte. Stark kam nach Studium der Fernsehbilder selbst zu dem Schluss, "dass es der falsche Spieler war. Ich kann das nur im Spielbericht vermerken". Der fassungslose Madlung sah nach seinem ersten Bundesliga-Platzverweis erst recht Rot und trat auf dem Weg in die Kabine eine Glastür ein.

"Ich habe den Ball weggeschlagen, mehr nicht", sagte der 22-Jährige, als er sich beruhigt hatte. "Normalerweise kann man ihn nicht sperren", sagte Herthas Manager Dieter Hoeneß und es spricht einiges dafür, dass sich das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dieser Meinung anschließt. Stattdessen könnte Stark, der erst nach Beratung mit dem vierten Schiedsrichter die offenkundige Fehlentscheidung traf, mitsamt seinem Team eine Denkpause verordnet werden.

Nach dem erneuten Sturz der Freiburger auf einen Abstiegsplatz waren eigentlich die pädagogischen Fähigkeiten des Lehrers Volker Finke gefragt, doch der 56-Jährige äußerte sich recht drastisch: "Wir haben eine Scheißsituation", sagte Finke und meinte damit auch die Verletztenmisere der Breisgauer. Kurzfristig konnte neben den bereits bekannten acht Ausfällen auch Youssef Mohamad wegen Kreislaufproblemen nicht spielen und wurde in der Abwehr neben dem rot-gesperrten Boubacar Diarra schmerzlich vermisst.

Die neu formierte Freiburger Hintermannschaft war vor 23 000 Zuschauern im badenova-Stadion denn auch bei den Berliner Gegentreffern durch Nando Rafael (36. Minute), Gilberto (50.) und Arne Friedrich (63.) nicht im Bilde. Die überraschende 1:0-Führung durch Ellery Cairo (25.) war für Finke ein "Hoffnungsstrahl, in dieser Besetzung etwas zu holen". Grundlegend wollte er sich nicht äußern: "Die Berichterstattung in der Bundesliga ist keine Spaßgesellschaft. Deswegen muss ich aufpassen, was ich sage. Bei der Tabellensituation ist jede sachliche Kritik schwierig."

Die Berliner konnten dank "der besten Saisonleistung", so Manager Hoeneß, wieder Selbstvertrauen tanken. "Die Mannschaft hat sich gut gefangen. Ich hatte schon die Befürchtung, dass die beiden 0:1- Niederlagen noch im Kopf rumspuken", meinte Trainer Falko Götz. Da fiel es kaum ins Gewicht, dass Marcelinho einen zweifelhaften Foulelfmeter verschoss und so Freiburgs Schlussmann Richard Golz den ersten gehaltenen Strafstoß seit fast drei Jahren ermöglichte. Zu deutlich war die spielerische Überlegenheit der Herthaner, was Kapitän Arne Friedrich so zusammenfasste: "Die Freiburger waren vogelwild."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%