Feierlicher Gottesdienst in Moskau
Letzte Zarenfamilie heilig gesprochen

ap MOSKAU. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Christus-Erlöser-Kathedrale in Moskau hat die russisch-orthodoxe Kirche am Sonntag die letzte russische Zarenfamilie offiziell heilig gesprochen. Zusammen mit Zar Nikolaus II., seiner Frau und seinen Kindern, wurden über 1 100 weitere Personen heilig gesprochen, die meisten davon Geistliche und Mönche, die unter der Sowjetherrschaft für ihren Glauben starben und deshalb von der Kirche als Märtyrer angesehen werden. Tausende von Menschen nahmen an dem Gottesdienst teil. Viele trugen Ikonen mit dem Bildnis von Zar Nikolaus.

Der Heilige Synod, die Bischofskonferenz der russischen Kirche, hatte nach jahrelangem Streit am 13. August beschlossen, die Zarenfamilie heilig zu sprechen. Der Moskauer Patriarch Alexi hatte sich zuerst der Heiligsprechung mit dem Argument widersetzt, dies würde die Grenze zwischen einer Ermordung aus politischen Gründen und Märtyrertod verwischen. Die jetzige Heiligsprechung stellt einen Kompromiss zwischen den Anhängern Nikolaus II. und den Gegnern der Kanonisierung des Zaren dar. Die Kirche würdigte damit nur den im Glauben ertragenen Tod als Märtyrer und nicht die umstrittene politische Herrschaft von Nikolaus II. Dieser hatte im Revolutionsjahr 1905 Soldaten gegen unbewaffnete demonstrierende Arbeiter und Bauern aufmarschieren lassen, die dann in die Menge schossen und ein Blutbad anrichteten.



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