Feierlichkeiten
Türkische Fans stellen Berlin auf den Kopf

Türkische Fans haben in der Nacht in Berlin ein rauschendes Fest gefeiert. Nach dem Sieg über die Schweiz strömten die Anhänger auf die Straßen und veranstalteten Hupkonzerte. Doch anders als bei der Auftaktniederlage gegen die Portugiesen blieben die Feiern der türkischen Anhänger überwiegend friedlich – eine Bilanz.

BERLIN. Die deutsche Hauptstadt Berlin war in der Nacht zum Donnerstag fest in der Hand türkischer Fans. Rund 3 500 türkische Anhänger strömten nach dem 2:1-Sieg ihres Heimatlandes gegen den EM-Gastgeber Schweiz auf den Kurfürstendamm und veranstalteten mit 400 Fahrzeugen einen Autokorso.

Wegen der spontanen Party mit Hupkonzerten und Feuerwerkskörpern musste die Berliner Polizei den Prachtboulevard in der West-City am Mittwochabend ab 23.00 Uhr vorübergehend für den normalen Verkehr sperren.

Bei den Feierlichkeiten in der deutschen Hauptstadt, in der mehr als 115 000 Türken gemeldet sind und Zehntausende Deutsche türkischer Abstammung leben, verliefen weitestgehend friedlich. Im Bezirk Kreuzberg kam es vereinzelt zu Flaschenwürfen und im gesamten Berliner Stadtgebiet nahm die Polizei zwölf Personen wegen Beleidigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Landfriedensbruch fest. Ernsthaft verletzt wurde jedoch niemand. Eine Polizeisprecherin sprach von einer "überwiegend friedlichen und fröhlichen" Feier.

In Hamburg verfolgten gut 8 000 Türken das Spiel auf dem Heiligengeistfeld. Dort wurden Sitzschalen aus einer Tribüne gerissen und in die Menge geworfen, eine Frau wurde leicht verletzt.

Anders als bei der 0:2-Niederlage gegen Portugal gab es nach dem Sieg gegen die Schweiz beim Public Viewing in der Frankfurter Innenstadt keinerlei Ausschreitungen. Insgesamt verfolgten in der City rund 5 500 Zuschauer die Partie vor der Großbildleinwand. Die türkische Gemeinde umfasst allein in der Bankenmetropole zirka 40 000 Menschen.

In Darmstadt erlitten zwei Türken während eines Autokorsos Verletzungen. Bei einem Auffahrunfall wurde einer der beiden aus dem Cabrio geschleudert. Der andere flog von der hinteren Sitzbank, auf der er fahnenschwenkend gesessen hatte, über den Vordersitz gegen die Windschutzscheibe. Einer der beiden erlitt eine Gehirnerschütterung und musste über Nacht im Krankenhaus bleiben.

© SID

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