Feiern aus Anlass der neuen Währung
Europa begrüßt den Euro

Punkt Mitternacht hat für 300 Millionen Bürger in Europa ein neues Zeitalter begonnen: Sie zahlen künftig mit dem Euro. Vielerorts wurde die Einführung der neuen Währung gefeiert.

HB/afp FRANKFURT/BRÜSSEL. Für mehr als 300 Millionen Bürger in Europa hat heute Nacht das Euro-Zeitalter begonnen. Bei der größten Geldtauschaktion der Geschichte konnten die Bundesbürger Schlag Mitternacht an Tausenden Geldautomaten erstmals die neuen Scheine in die Hand bekommen. Damit hat die Mark nach über 53 Jahren ihren Status als offizielles Zahlungsmittel verloren.

Der Beginn des neuen Währungszeitalters wurde in vielen Städten Europas auch kräftig gefeiert. In Deutschland standen die Feste in Frankfurt am Main, dem Sitz der Europäischen Zentralbank, sowie in Berlin im Mittelpunkt. Am Brandenburger Tor in der Bundeshauptstadt wollte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) den ersten Euro-Schein entgegen nehmen.

Die deutschen Banken hatten sich auf einen Kundenansturm vorbereitet und wollten vielfach auch an Neujahr ihre Filialen öffnen.

Schon vor Mitternacht mitteleuropäischer Zeit durften Menschen in den französischen Überseegebieten Réunion und Mayotte mit dem neuen Geld zahlen. Wegen der Zeitverschiebung begann das neue Jahr auf den Inseln im Indischen Ozean bereits um 21.00 Uhr mitteleuropäischer Zeit. Auch für Griechen und Finnen brach um 23.00 Uhr unserer Zeit das neue Währungszeitalter etwas früher an. Nicht zu schlagen war ein Geldautomat im ostfranzösischen Metz: Er spuckte zur Verblüffung der Kunden schon am Montagvormittag Euro-Noten aus.

Die Einführung des Euro-Bargeldes wird nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) auch den Volkswirtschaften der zwölf Euro-Länder unter die Arme greifen. EZB-Chef Wim Duisenberg sagte am Siylvestertag in Frankfurt am Main, Experten rechneten mit bis zu einem Prozent mehr Wachstum. Er fände schon ein halbes Prozent "fantastisch". Duisenberg zeigte sich überzeugt, dass sich die Bürger schnell an das neue Geld gewöhnen werden. Er glaube sogar, dass die meisten ihre nationale Währung in wenigen Wochen vergessen hätten.

EU-Währungskommissar Pedro Solbes warnte unterdessen vor gefälschten Banknoten in den alten Nationalwährungen. Bei Banken seien zuletzt Blüten in deutlich höherer Zahl aufgetaucht als in den vergangenen Jahren, sagte Solbes in Brüssel. Allerdings seien die Fälschungen häufig "von sehr schlechter Qualität" und damit leicht zu erkennen. Solbes appellierte zugleich an den Handel, die Bargeld-Einführung nicht für Preiserhöhungen zu missbrauchen.

Die deutschen Sparkassen schlossen schon am Silvestertag die Umstellung von 140 Mill. Konten ab. Der Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) ging davon aus, dass auch die 20 000 Geldautomaten reibungslos umgestellt würden. Dies könne aber vor allem in ländlichen Gebieten ein paar Stunden länger dauern, so dass nicht überall in Deutschland schon ab Mitternacht Euro aus dem Automaten gezogen werden könnten, hieß es. Im Laufe des Neujahrstages werde die Umstellung aber bundesweit abgeschlossen sein.

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