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Feinschliff für das TV-Duell

Der erste Zank um das TV-Duell ist geschlichtet: Nun folgt der Feinschliff. Schon warnt ein Kritiker, die Zeremonienmeister der Parteien choreographieren das Duell zu Tode.

DÜSSELDORF. Soviel steht fest: Die beiden Duelle dauern 75 Minuten. Es gibt eine einheitliche Kulisse, aber kein Publikum. Beide Kandidaten stehen. Am 25. August übertragen gemeinsam RTL und SAT 1 mit den Moderatoren Peter Kloeppel und Peter Limbourg, am 8. September sind ARD und ZDF mit Sabine Christiansen und Maybrit Illner an der Reihe. Über den genauen Ablauf der Duelle, wie genau das Zusammentreffen der Kanzlerkandidaten choreographiert werden soll, darüber müssen die beiden großen Parteien und die beteiligten Sender sich noch zusammen raufen.

Der entschiedenste Gegner strenger Regeln ist Bernd Gäbler, Chef des Adolf Grimme Instituts in Marl, der gerne als Schiedsrichter eingesprungen wäre. "Das Fernsehduell darf nicht totchoreographiert werden", sagt er. Anders als in den USA, wo die Commission on Presidential Debatte klare Regeln für den Ablauf der TV-Duelle aufstellt, biete unsere Streitkultur mehr Raum für journalistische Arbeit. Gäbler fordert eine inhaltliche Debatte, einen verbalen Schlagabtausch, der von den Moderatoren geführt wird - kein Drehbuch nach dem Muster: der Moderator gibt ein Stichwort, dann hat jeder Kandidat eine festgelegte Zeit, der Moderator spricht das nächste Thema an, aber beide Kontrahenten können nicht aufeinander losgehen. "Das wäre langweilig." Die Journalisten sollten nachhaken, Widersprüche aufzeigen und als faire Schiedsrichter auftreten. Uhren und Blaulichter, die nach Ablauf einer Redezeit wild leuchten, haben im Duell nichts zu suchen, sagt Gäbler.

Das setzt natürlich voraus, dass die Moderatoren eine wichtige Rolle spielen. Bei zwei der Vieren ist er mit der Personalentscheidungen der Sender zufrieden: bei Kloeppel und Illner. Limbourg stehe im Verdacht, aus parteipolitischen Gründen ausgewählt worden zu sein. Und bei Sabine Christiansen vermisst er bisweilen die Fähigkeit, eine Diskussion strukturiert zu leiten. Aber beide, sagt Gäbler, seien ja nicht allein im Studio.

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