Feldforschung
Der Fluch der Färinger

Die Suche nach einem Nachfolger für Josef "Färöer-Pepi" Hickersberger gestaltet sich schwierig. Alle Kandidaten für den Posten des österreichischen Nationalcoachs hatten in der Vergangenheit wenig Erfolg. Und in der WM-Qualifikationen wartet schon wieder Österreichs Angstgegner: die Färöer-Inseln. Zum Hampelmann machen möchte sich keiner.

Den Eintritt der Färöer-Inseln in das letzte Jahrzehnt des alten Jahrtausends markiert ein Fußballspiel gegen Österreich. Die Auswahl der Schaafinseln bezwang Austria mit 1:0. In der offiziellen Geschichtsschreibung wird dieser 12. September 1990 deshalb als "Tag von Landskrona" geführt, an dem die Färöer-Inseln weltweit bekannt wurden. Auch Josef Hickersberger erlangte an selbigem große Berühmtheit, allerdings im umgekehrten Sinne: Er war Österreichs Nationaltrainer.

Der Name "Färöer-Pepi" war die Folge, die nach 18 Jahren sich einander verschlingender Ursachen und Wirkungen gestern den Nationaltrainer Österreichs dazu brachte, sein Amt aufzugeben. Sehr zum Erstaunen seiner Landsleute begründete er seinen Entschluss damit, dass er müde sei, leer und ausgebrannt. Und: Er wolle sich "nicht wieder zum Hampelmann machen."

Ein Blick auf die WM-Qualifikation erhellt nun den Furor. Am 11. Oktober trifft Österreich in Gruppe 7 auf die Färöer Inseln. In Landskrona. Österreichs Fußballverband hat die Möglichkeit einer Wiederholung der Ereignisse demnach ausgeschlossen. Nicht anders erklärt sich, dass nach Auskunft österreichischer Medien kein Plan B existiert.

So wird es doppelt schwer, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Zum einen fehlt die Zeit, das erste Spiel gegen Frankreich steht am 6. September an. Und es haben alle Kandidaten ein Scherflein zu tragen, welches dem von "Färöer-Pepi" kaum nachsteht. Kurt Jara ("Ich könnte mir vorstellen, Teamchef zu werden") ist seit zweieinhalb Jahren arbeitslos. Sein letzter Klub, Red Bull Salzburg, streitet mit ihm wegen "Ungereimtheiten bei Transfergeschäften" vor Gericht. Der zweite Kandidat, Walter Schachner, hat 2007 erst den TSV 1860 beinahe in die dritte Liga gecoacht, anschließend führte er den SK Austria Kärnten in 21 Spielen zu zwölf Niederlagen. Er wurde nach acht Monaten entlassen.

Es prüft der Verband deshalb, ob er Assistenztrainer Andreas Herzog befördern soll. Dessen Begabung zeichnet ein Umstand aus, über den auch Jürgen Klinsmann verfügte. Er hat keine Trainererfahrung. Gänzlich unbelastet ist er freilich auch nicht. Beim 0:1 in Landskrona stand er als Spieler auf dem Platz.

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