Feldforschung
Rabatt für Frühbucher

Nun ist die deutsche Nationalmannschaft also nach Basel geflogen. Und Oliver Bierhoff hat es schon immer gewusst. So ganz sicher ist das nicht mit dem Gruppensieg, dachte er sich schon vor der Auslosung der EM Endrunde Anfang Dezember.
  • 0

Deshalb überredete er das DFB-Präsidium schon nach der vorzeitigen Qualifikation Mitte Oktober, das edle "Il Giardino" in Ascona, ausgezeichnet als bestes Hotel der Schweiz, zu reservieren. Kostet ja nur 1,6 Millionen Euro für drei Wochen, also nicht mal zehn Prozent des gesamten EM-Budgets. "Es war zu tausend Prozent die richtige Entscheidung", sagte er gestern. Schließlich hätten sich auch Italiener und Spanier, so Bierhoffs Argumente, alle zehn Finger danach geleckt. Nun ist Ascona - 848 km entfernt von Wien, wo sie im Fall des Gruppensieges hätten bleiben können - weder in Österreich noch so richtig in der Schweiz - 260 km und viele Berge entfernt von Basel, wo sie ab sofort noch zweimal hin müssen, sollten sie ins Finale kommen.

So ein Turnier muss gut organisiert sein, auch das ist ja eine deutsche Tugend. Gleich nach der EM werde er sich schon mal in Südafrika umschauen, hat Bierhoff gesagt. Die WM 2010 ist ja auch schon bald. Und ein Frühbucherrabatt taugt sicher als Argument gegen die Buchhalter im DFB, natürlich auch eine Reiserücktrittsversicherung, falls es sich die Fifa doch noch anders überlegen sollte, denn an der Quali der Deutschen gibt es ja auch diesmal keinen Zweifel.

Namibia wäre ein sicheres Ziel gewesen. Wolwedans zum Beispiel, ein Naturreservat am Rande der Namibwüste, von deutschen Farmern dem Steppenboden abgerungen. Abgeschotteter ginge es kaum, wenn nicht die Fifa gestern per Beschluss Quartiere außerhalb Südafrikas untersagt hätte.

Schade für Bierhoff. Das Pinda Game Reserve, in Südafrikas Norden, könnte aber eine Alternative sein. Dort müsste er die Spieler in ihrer Freizeit nicht mit Tischtennis quälen. Sie könnten stattdessen auf die Jagd gehen, um den Teamgeist bei der gemeinsamen Spurensuche zu stärken. Auch das teure Sicherheitspersonal könnte er sich sparen. Viel zu gefährlich der Landstrich für penetrante Journalisten. So soll vor ein paar Jahren eine frisch Vermählte noch in der Hochzeitsnacht in den Fängen eines Löwen geendet sein. Ob wahr oder nicht, diese Geschichte dürfte zumindest die Spielerfrauen abschrecken. Und dass die Spieler ausbüchsen, das braucht Oliver Bierhoff dann auch nicht mehr zu fürchten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%