Felix Magaths Traum vom Titel 2005
VfB auf Champions-League-Kurs

Der VfB Stuttgart greift nach den Sternen am europäischen Fußball-Himmel. Angesichts von vier Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund rückt die Champions League für die Wirbelwinde von Felix Magath immer näher. "Darüber reden wir, wenn es so weit ist", übt sich der VfB-Coach unermüdlich in Zweckpessimismus.

HB/dpa STUTTGART. Noch nicht reden, aber träumen will der Ex-Nationalspieler auch von der Meisterschaft. "Letztendlich soll es ganz oben enden, aber das dauert noch seine Zeit." Wenn die Mannschaft erst in der europäischen Königsklasse spielt, prophezeite Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld in der "Stuttgarter Zeitung" (Dienstagausgabe), "wird sie das tragen."

In dieser Spielzeit zeigen die Schwaben herzerfrischenden Offensiv-Fußball. Mit acht Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen ist der VfB die beste Rückrunden-Elf. "Ein Erfolgs-Geheimnis gibt es nicht", betonte Magath. Gründe aber wohl: Seit zwei Jahren spielt die Mannschaft fast unverändert zusammen. Die Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern stimmt wie die Harmonie im Team. Die "jungen Wilden" entwickelten sich rasant weiter, Leistungsträger wie Krassimir Balakow und Zvonimir Soldo spielen auf einem konstant hohen Niveau.

Der enorme Leistungsschub eines Alexander Hleb oder Kevin Kuranyi ist auch mit ein Verdienst von Balakow, Soldo und Marcelo Bordon. "Ein Trainer allein kann das heute gar nicht mehr richten", erklärte Magath. Gerade der Weißrusse Hleb sei "ein Schlitzohr". Ohne Balakows und Soldos Hilfe "wäre es nicht so einfach mit ihm. Sie machen einen guten Job und sind mitverantwortlich für den Aufschwung", zollte Magath seinen routinierten Strategen Anerkennung. "Wenn wir noch mehr dazu lernen, werden wir noch viel besser. Wir stehen erst am Anfang", prophezeite Nationalspieler Kuranyi.

Dabei gab es zu Saisonbeginn ganz andere Töne. Auf Grund der Schulden in Höhe von 16,6 Mill. Euro konnten keine namhaften Neuverpflichtungen getätigt werden. "Wichtig war für uns, die Saison zu überstehen - irgendwie. Alle haben uns als Absteiger gesehen, das hat die Mannschaft angestachelt und zusammengeschweißt", erklärte der Trainer.

Auch wenn der Motor zu Beginn der Saison stotterte, die Nerven verlor Magath nie. Dank eines ausgeklügelten Fitnessprogramms ist der VfB jetzt trotz der meisten Pflichtspiele aller Bundesliga-Vereine (46) den Gegnern konditionell überlegen. "Der VfB ist unser stärkster Konkurrent. Auf diese Mannschaft müssen wir aufpassen", lobte auch Hitzfeld. Ob es diese Spielzeit noch einmal eng werden könnte für den Rekordmeister aus München ist fraglich. Die Leistung der Stuttgarter sollte angesichts der eigenen elf Punkte Vorsprung nicht für Sorgenfalten sorgen. Aber der VfB will angreifen und den Traum von Magath wahr machen. "Meister 2005, früher hätte ich aber auch nichts dagegen. Vielleicht erreichen wir den UEFA-Cup-Platz früher als gedacht. Dann könnten wir uns der Kür zuwenden", glaubt der Coach.

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