Fenster zertrümmert
Angriffe auf westliche Botschaften in Skopje

Nach dem Wiederaufflammen der Gewalt im Norden Mazedoniens sind am Dienstagabend Tausende Menschen in einem anti-westlichen Protestmarsch durch die Hauptstadt Skopje gezogen.

afp SKOPJE. Die Demonstranten zertrümmerten Fensterscheiben in den Botschaftsgebäuden Deutschlands und Großbritanniens. Die US-Botschaft bewarfen sie mit Steinen. Mehr als zwölf Fahrzeuge der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurden in Brand gesteckt. Zuvor hatte die mazedonische Regierung die NATO beschuldigt, die albanischen Rebellen zu unterstützen, und riegelte die Grenze zum Kosovo ab. Unterdessen flauten die Kämpfe um die nordwestmazedonische Stadt Tetovo am späten Abend ab.

Wie das Berliner Auswärtige Amt bestätigte, wurde das Gebäude der deutschen Botschaft im Eingangsbereich beschädigt. Daraufhin sei die Polizei eingeschritten. Nachdem etwa 2000 Demonstranten sich vor der US-Botschaft versammelten und mit Steinen warfen, sicherten die Sicherheitskräfte die Eingänge der diplomatischen Vertretung. Auch in einem McDonald's-Schnellrestaurant warfen die Demonstranten Fensterscheiben ein. Unter "Mazedonien, Mazedonien!"-Rufen versammelten sich die zum Teil mit Knüppeln bewaffneten Demonstranten zunächst vor dem Parlamentsgebäude. Dort riefen sie Parolen wie "die Albaner verbreiten den Terror" oder "NATO, nimm' Dich in acht". Einige der Demonstranten mit Gesichtsmasken und gelb-roten mazedonischen Flaggen riefen Albaner-feindliche Sprüche.

Die Lage um Tetovo habe sich in der Nacht zum Mittwoch beruhigt, sagte ein Sprecher der mazedonischen Armee. Hin und wieder fielen jedoch noch Schüsse. Im Lauf der Kämpfe seien am Dienstag mehrere Häuser in Brand geschossen worden. Trotz eines am 5. Juli verkündeten Waffenstillstands waren die Gefechte im Norden des Landes in den vergangenen Tagen wieder voll entbrannt, nachdem die Gespräche zwischen albanischen und slawisch-mazedonischen Regierungsparteien über politische Reformen in eine Sackgasse geraten waren.

Vermittler von EU und USA bemühen sich seit 9. Juli um politische Reformen in Mazedonien. Vor allem wegen des Streits um eine Aufwertung der albanischen Sprache stecken die Verhandlungen jedoch fest. Eine politische Lösung soll den NATO-Einsatz zur Überwachung der Entwaffnung der selbst ernannten albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" UCK ermöglichen.

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