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Ferguson vor 1 000. Spiel für „Manu“

Sir Alex Ferguson hat so viele Titel gesammelt wie kein anderer Vereinstrainer auf der Welt und ist von der britischen Königin Elizabeth II. in den Ritterstand erhoben worden. In der Champions League gegen Lyon bestreitet er seinen 1 000. Einsatz als Trainer von Manchester United.

dpa LONDON. Sir Alex Ferguson hat so viele Titel gesammelt wie kein anderer Vereinstrainer auf der Welt und ist von der britischen Königin Elizabeth II. in den Ritterstand erhoben worden. In der Champions League gegen Lyon bestreitet er seinen 1 000. Einsatz als Trainer von Manchester United.

Am liebsten denkt Ferguson dabei an ein Spiel zurück: Das Champions-League-Finale 1999 gegen Bayern München (2:1). "Dieses Finale ist das Spiel, das herausragt, da wir uns den Sieg aus dem Nichts schnappten", sagte Ferguson beim Rückblick auf seine bisherigen 999 Spiele als "Manu"-Coach.

In den 18 Jahren seiner Regentschaft in "Old Trafford" verwandelte Ferguson Manchester United von einem ums Überleben kämpfenden Club in den reichsten Verein der Welt. 24 große Titel - darunter achtmal englischer Meister und fünfmal Pokalsieger - gewann er in der Zeit. Er entdeckte Spieler wie David Beckham, Paul Scholes, Ryan Giggs, Gary und Phil Neville als Jugendliche und formte sie zu Weltklasse-Fußballern. Doch über allem steht sein Motto: "Nichts und niemand ist wichtiger als der Club."

Als ihm Beckhams Glamour-Auftritte abseits des Fußballplatzes zu viel wurden, feuerte er erst einen Fußballschuh ins Beckhams Gesicht, dann verkaufte er den Superstar nach Madrid. Die Fans murrten nicht: "Wenn Ferguson das für richtig hält, dann ist es das Beste für den Verein", sagten die meisten Anhänger im Sommer 2003.

Denn auch wenn Ferguson oft dreinschaut, als könne er keiner Fliege was zuleide tun, so ist er knallhart. Respektvoll wird er "der Boss" genannt oder "der Fön", weil er die Spieler auch mal aus kürzester Distanz so laut anschreit, dass diese danach kein Haargel mehr brauchen, um ihre Frisur nach hinten zu glätten. Der gelernte Werkzeugmacher steht auch mit 62 Jahren noch morgens um halb acht auf dem Trainingsplatz und arbeitet 18 Stunden am Tag für Manchester United, "den Verein, der mich seit meiner Kindheit begleitet. Ich liebe ihn."

Es ist kein Zufall, dass Ferguson monatelang zur Übernahmeschlacht um die "Red Devils" schwieg und sich erst zwei Tage vor seinem großen Jubiläum zu Wort meldete: "Wir wollen nicht, dass der Club in den Händen irgend eines anderen ist", verkündete Sir Alex. Er stellte sich damit auf die Seite der Fans, die die drohende Übernahme durch den amerikanischen Milliardär Malcolm Glazer strikt ablehnen.

Fergusons Vertrag läuft bis 2006, doch ans Aufhören denkt er noch nicht: "Man weiß nie, was passieren wird, wenn man die 60 überschritten hat, aber in mir brennt immer noch das Feuer", sagte der Coach, der im März einen Herzschrittmacher eingesetzt bekam. In der Premier League scheint Manchester nach dem schlechtesten Saisonstart seit Einführung der Liga hinter dem "neureichen" FC Chelsea und Meister Arsenal nur noch die dritte Geige spielen zu können.

Doch das nächste Ziel des Schotten ist, die Mannschaft zu verjüngen. Mit 40-Millionen-Mann Wayne Rooney, dem Portugiesen Christiano Ronaldo (beide 19) und dem Schotten Darren Fletcher (20) will Ferguson zeigen, dass er nichts von seinem Glanz verloren hat und noch immer verheißungsvolle Talente in Weltstars verwandeln kann.

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