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Ferienhaus in Eigenregie vermietet - Finanzamt muss Kosten anerkennen

Der Bundesfinanzhof (BFH) ist in einem jetzt veröffentlichten Urteil der Auffassung der Finanzverwaltung zur Einkünfteerzielungsabsicht bei der Vermietung von Ferienwohnungen entgegengetreten.

mkm MÜNCHEN. Das Gericht hatte bereits im November 2001 entschieden, dass bei einer ausschließlich an wechselnde Feriengäste vermieteten und in der Zeit des Leerstandes zur Vermietung bereit gehaltenen Ferienwohnung ohne weitere Prüfung von der Absicht des Steuerpflichtigen, Einkünfte zu erzielen, auszugehen sei.

Die Finanzverwaltung vertrat demgegenüber die Auffassung, auch beim "dauernden Vermieten" einer nicht selbst genutzten Ferienwohnung sei die Einkünfteerzielungsabsicht in jedem Einzelfall zu prüfen, wenn die Wohnung nicht durch eine Agentur, sondern in Eigenregie vermietet werde. Der BFH weist in seiner jetzigen Entscheidung nun darauf hin, dass er bereits im früheren Urteil die Unterscheidung danach, ob die Ferienwohnung in Eigen- oder in Fremdregie vermietet worden sei, aufgegeben habe.

Die Einkünfteerzielungsabsicht sei nur dann zu prüfen, wenn der Eigentümer die Wohnung teilweise auch selbst nutze. In einem solchen Fall sei - nach Aufteilung der auf die Selbstnutzung und die Vermietung entfallenden Kosten - durch eine Prognose festzustellen, ob in einem Zeitraum von 30 Jahren aus der Vermietungstätigkeit ein Totalüberschuss erzielt werden könne. Wegen des Aufteilungsmaßstabes verweist der BFH wiederum auf sein früheres Urteil. Dort hatte er geäußert, die allgemeinen Kosten der Wohnung seien nach dem zeitlichen Verhältnis zwischen Vermietung und Selbstnutzung aufzuteilen. Leerstandszeiten seien im Wege der Schätzung den beiden Bereichen anteilig zuzurechnen.

In dem jetzt entschiedenen Fall hatte das Finanzgericht keine Feststellungen dazu getroffen, ob die Ferienwohnung auch teilweise durch den Eigentümer selbst genutzt worden war. Deswegen musste die Sache an das Finanzgericht zurückverwiesen werden. Schon einige Wochen zuvor hatte der BFH zur Vermietung von Ferienwohnungen geurteilt (Az.: IX R 58/01). Damals ging es um die Abziehbarkeit der Zweitwohnungssteuer. Der BFH entschied, dass sie mit dem auf die Vermietung an wechselnde Gäste entfallenden zeitlichen Anteil als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar sei.

Aktenzeichen
BFH: IX R 18/02

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