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Fernand Léger: Von der Côte d'Azur nach LyonDPA-Datum: 2004-07-07 12:52:45

Lyon (dpa) - Wer die Meisterwerke «Les constructeurs» (Die Konstrukteure) oder «Les loisirs sur fond rouge» (Freizeit vor rotem Hintergrund) von Fernand Léger sehen will, muss jetzt einen Umweg über Lyon machen.

Lyon (dpa) - Wer die Meisterwerke «Les constructeurs» (Die Konstrukteure) oder «Les loisirs sur fond rouge» (Freizeit vor rotem Hintergrund) von Fernand Léger sehen will, muss jetzt einen Umweg über Lyon machen.

Das Léger Museum in dem an der Côte d'Azur gelegenen pittoresken Städtchen Biot wurde wegen Renovierungsarbeiten geschlossen und hat vorübergehend seine größten und wichtigsten Werke dem Lyoner Museum für Schöne Künste überlassen. Unter dem Titel «Fernand Léger» können in Lyon noch bis zum 20. September rund 60 Gemälde des französischen Künstlers (1881-1955) bewundert werden.

Seine klar definierten geometrischen Darstellungen technischer Objekte wie Zahnräder und Schrauben, in die er anonyme, maschinenhafte Menschen einbezog, ließen ihn zu einem der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts werden.

«Wir wollen unsere Sammlung trotz der mehrmonatigen Schließung des Léger Museums der Öffentlichkeit zugänglich machen», erklärte Brigitte Hedel-Samson, die Direktorin des Léger Museums in Biot. Sie hat ihre rund 340 Stücke umfassende Sammlung, darunter auch Keramikwerke, Skulpturen und Zeichnungen, als Leihgaben verschiedenen Museen zur Verfügung stellt. Das große Los hat jedoch Lyon gezogen: In nur knapp zwei Monaten wurde, mit Blick auf Anordnung und Qualität der Werke, eine gelungene Léger-Retrospektive erstellt. Einziges Manko: das Bild «Grande Parade» (Die große Parade), das im New Yorker Guggenheim-Museum hängt. «Leider konnten wir dieses Hauptwerk nicht bekommen, um die Lyoner Ausstellung zu vervollständigen», erklärte Sylvie Ramond, die neue Direktorin des Museums in Lyon.

So hängen die Meisterwerke großzügig verteilt in den mehr als 10 Ausstellungsräumen vor ganz weißem Hintergrund. «Léger hat einfache und klare Farben verwendet. Diesen Geist wollte ich beibehalten», erklärte Direktorin Ramond, die besonders stolz auf das 1949 entstandene Werk «Les loisirs sur fond rouge» ist, das am Anfang der Ausstellung hängt. Dieses Ölgemälde, das stark schematisierte, maschinenähnliche Menschen nach der Arbeit darstellt, entstand nach Légers Aufenthalt in New York. Es symbolisiert den Beginn einer neuen Schaffensperiode, die mit dem Eintritt 1945 in die Kommunistische Partei Frankreichs einhergeht und seine Karriere abschließt.

Légers künstlerische Entwicklung - unter dem Einfluss Cézannes entdeckte er das Licht und den starken Kontrast der Farben, unter Picasso die geometrische Darstellung und unter den Surrealisten den kurvig-linearen Stil - spiegelt die Ausstellung mit Bildern wie «Village corse au soleil couchant» (Korsisches Dorf beim Sonnenuntergang) aus dem Jahr 1905 oder «La Jocande aux clés» (Mona Lisa mit Schlüsseln) von 1930 wider. Das berühmte großformatige Bild «Les Constructeurs», das der Künstler des «mechanisierten Klassizismus» fünf Jahre vor seinem Tod realisierte, schließt die Retrospektive ab.

«Ich erfinde Maschinen wie andere Landschaften», sagte der französische Maler über seine Malerei, die seine Begeisterung für die präzise Schönheit und übermenschliche Kraft der modernen Technik zum Ausdruck bringt.

(Öffnungszeiten: täglich außer Dienstag 10.00-18.00 Uhr)

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