Fernseh-Konzern erwartet geringeres Wachstum
Sparkurs soll Werbeflaute bei Pro Sieben ausgleichen

Deutschlands umsatzstärkstes Fernsehunternehmen Pro Sieben Sat.1 Media AG will dem schwachen Markt für Fernsehwerbung mit Sparmaßnahmen begegnen, um sein Ertragsziel für 2001 halten zu können.

jojo/HB MÜNCHEN. In der Pro Sieben Sat1 Media AG wird kräftig gespart. Weil weniger Geld durch Werbung in die Kassen kommt, hat Vorstandschef Urs Rohner einen Einstellungsstopp angeordnet. Darüber hinaus sollen die Programmaufwendungen im laufenden Jahr nur noch um 4 % statt der ursprünglich geplanten 6 % steigen.

Rohner reagiert damit darauf, dass der Werbemarkt 2001 statt der erwarteten 6,5 % höchstens um 2 bis 4 % wachsen wird. "Wir wurden vom schlechten Werbeklima überrascht", gab Rohner gestern auf der Hauptversammlung in München zu. Das Ergebnis: Der TV-Anbieter werde nach einem schwachen ersten Quartal auch im Halbjahr unter den Vorjahreswerten bleiben, so Rohner. Der Schweizer hatte allerdings auch positive Nachrichten für die Aktionäre: "Soweit wir es aus dem Geschäftsgang im April und Mai sehen können, scheint die Talsohle im Werbemarkt durchschritten." Das im Börsenindex M-Dax notierte Unternehmen betreibt die Fernsehsender Sat 1, Pro Sieben, Kabel 1 und N 24. Mehrheitseigner ist die Kirch-Gruppe, die fast 90 % der Stimmrechte hält. Zweiter großer Eigner ist der Springer-Verlag. Außenstehende Aktionäre halten lediglich Vorzugsaktien, also Aktien ohne Stimmrecht.

Das Unternehmen beherrsche 46 % des Fernsehwerbemarktes, sagte Rohner. "Ich bin davon überzeugt, dass der Werbemarkt im zweiten Halbjahr wieder anziehen wird", machte der Manager sich und den Aktionären Mut. Er versprach, dass der Umsatz stärker als der Markt wachsen und das Ergebnis prozentual zweistellig zu legen werde.

Die Börsen zeigten sich am Donnerstag unbeeindruckt von den günstigen Prognosen: Die Aktien verharrten in einem stagnierenden Markt nahezu unverändert bei 19,90 Euro. Anfang Februar kostete das Papier noch fast 40 Euro.

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