Fernseh-Werbespot
Obama startet neues McCain-Bashing

Nach Obamas Auslandsauflug ist das Duell Demokraten gegen Republikaner auch daheim wieder voll im Gang. Neuste Attacke aus dem Demokraten-Lager: ein Fernseh-Werbespot, in dem der republikanische Kandidat John McCain als Handlanger der Ölindustrie portraitiert wird. Dabei hat Obama beim Thema Öl selbst eine Kehrtwende vollzogen.

HB WASHINGTON. Nach harten Angriffen der Republikaner in der vergangenen Woche folgt nun die Retourkutsche des Teams des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. Diesmal geht es um eins der heikelsten Themen des Wahlkampfes: die gestiegenen Benzin- und Energiepreise. In einem neuen Fernseh-Werbespot lassen die Demokraten kein gutes Haar an ihrem Konkurrenten John McCain.

Zu Beginn ist in dem Werbespot ein Mann zu sehen, der sein Auto volltankt. „Jedes Mal, wenn Sie Ihren Tank füllen, füllen sich die Kassen der Ölkonzerne“, sagt ein Sprecher. Während McCain die Steuern für jene Unternehmen senken wolle, werde Obama sie erhöhen, heißt es weiter.

Fazit des Spots: John McCain ist Handlanger der Ölindustrie. Die USA könnten sich nicht schon wieder einen von den Ölkonzernen dominierten Präsidenten leisten. Darüber hinaus wirbt Obama in dem Spot für eine höhere Besteuerung der Ölkonzerne. Er will damit wegen des stark gestiegenen Benzinpreises eine Nothilfe von 1000 Dollar pro US-Familie finanzieren.

Die strauchelnde US-Konjunktur und die gestiegenen Benzin- und Energiepreise sind inzwischen die dominanten Themen des Wahlkampfs. Obama wirft McCain vor, lediglich die Wirtschaftspolitik von US-Präsident George W. Bush fortführen zu wollen. Der aus Texas stammende Bush arbeitete früher in der US-Ölindustrie.

Die Republikaner wiesen die Anschuldigungen von Obamas neuem Spot zurück und bezeichneten ihn als heuchlerisch. McCain stehe für den Ausbau der Förderung der heimischen Ölindustrie, während Obama sich dem widersetze, obwohl es die Preise nach unten bringen könnte.

Obama will strategische Ölreserven anzapfen

Allerdings hat auch Obama inzwischen seinen Widerstand gegen Ölbohrungen vor den Küsten der USA aufgegeben. Obama will sich zudem dafür aussprechen, auch die strategischen US-Ölreserven einzusetzen, um eine Senkung des Ölpreises zu erreichen. Dazu solle einfacher zu Benzin zu verarbeitendes Leichtöl auf den Markt gebracht und durch Schweröl ersetzt werden, das sich besser als strategische Reserve eigne. Obama wollte in dieser Woche für seinen auf zehn Jahre angelegten und 150 Milliarden Dollar schweren Energieplan zur Förderung neuer Techniken und alternativer Energie- und Mobilitätsformen werben.

In der vergangenen Woche hatte McCains Wahlkampfteam Obama in Werbespots als unerfahrenen Promi-Politiker dargestellt und mit Britney Spears und Paris Hilton verglichen. Obama erklärte daraufhin am Wochenende, McCains Team könne gut einen negativen Wahlkampf führen, „im Regieren sind sie nicht so gut“. In Umfragen konnte McCain zuletzt Obamas Führung einholen und mit ihm gleichziehen.

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