Fernsehen 2.0
Internet-TV made in Germany

Im Internet explodiert die Zahl der Video-Inhalte. Portale wie Youtube, MySpace oder i-Tunes leisten Pionierarbeit und ermöglichen neue Möglichkeiten des Fernsehens. Doch auch in Deutschland etablieren sich Internet-TV-Portale, teils als Kopien der Vorbilder aus den USA, teils als unabhängige Eigenentwicklungen.

DÜSSELDORF. Bewegtbilder fanden 2006 den Weg auf deutsche Computerschirme, zwei Jahre später als in den USA, dem Mutterland des Internet TV. Ähnlich wie beim europäischen Mobiltelefonmarkt, der dem amerikanischen technologisch zwar weit voraus ist, inhaltlich aber hinterherhinkt, gab es in Deutschland allerdings lange Zeit keine hochwertigen Eigenproduktionen.

Den Anstoß gaben hierzulande TV-Deserteure wie die Kölner Ehrensenf-Macher, ehemalige Endemol - und Sony-Pictures-Autoren, die bereits Ende 2005 begannen, mit einem täglichen Video-Format aus der bunten Welt des Internets zu berichten. Eine Initial-Zündung für den deutschen Markt.

Die Fernseh-Sender hingegen wagten sich nur zaghaft auf fremdes Terrain und engagieren sich bis heute wenig, die Revolution der Bewegtbilder im Internet mitzugestalten. Ein Fehler, der sich rächen könnte: Das Verlagswesen in Deutschland verschlief Ende der 90er Jahre die Digitalisierung seiner Branche und das Abwandern der Anzeigenmärkte ins Internet - und verlor millionenschwere Geschäftsfelder unwiederbringlich an die neuen Medien. Ähnliches droht jetzt ARD, RTL und Co.

Die Zeichen der Zeit hat anscheinend das ZDF erkannt, das eine umfangreiche, gut sortierte Mediathek auf den Markt gebracht hat. Vorausblickend gedacht, stellen die Mainzer komplette Serien wie den "Kriminaldauerdienst" ins Netz. Jeweils 24 Stunden vor TV-Ausstrahlung kann man die aktuelle Folge im Netz anschauen, als Service für "Heavy User", so das ZDF. 436 000 Downloads zwischen Februar und Mai demonstrieren, wie populär traditionelles Fernsehen im Internet sein kann.

Interessanterweise ist am deutschen Internet-TV-Markt eine Sparte früh dabei, die in den USA lange auf sich warten ließ: T-Mobile etablierte bereits 2005 mit Video On Demand einen Downloadservice, der Spielfilme, Kurzfilme und TV Serien zur Verfügung stellt. Zum Vergleich: US-Kollege AT&T steigt erst heute in diesen Markt mit einem Angebot bestehend aus Telefon, Internet und Breitbandkabel-Service ein.

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