Fernsehen und Internet verstärkt als Vertriebswege nutzen
TUI steigt bei britischem Reise-TV ein

dpa WIESBADEN. Der Hannoveraner Reisekonzern TUI steigt bei dem britischen TV-Reisekanal TV Travel Shop ein und will sich an einem geplanten deutschsprachigen Ableger beteiligen. Das kündigte der Gründer von TV Travel Shop, Harry Goodman, heute auf einem Touristik-Fachkongress in Wiesbaden an. Im April kommenden Jahres soll das deutsche Programm auf Sendung gehen. Die TUI Group, größter Reiseveranstalter Europas, wird nach Angaben eines Konzernsprechers eine Minderheitsbeteiligung halten. In Großbritannien sendet TV Travel Shop seit 1998 und erreicht nach eigenen Angaben neun Millionen Haushalte.

An dem Vertriebs- und Technologiekongress der Fachzeitschrift "fvw International" beteiligen sich bis zum Freitag rund 700 Branchenexperten aus dem In- und Ausland sowie 66 Aussteller. Im Mittelpunkt stehen alternative Vertriebsformen und die neuen Anforderungen an herkömmliche Reisebüros. Neue Vertriebswege für Reisen via Internet und Fernsehen werden den Wettbewerb in der Touristik nach Ansicht der Fachleute weiter anheizen. Das Internet ermögliche den Kunden einen deutlichen Informationsvorsprung, sagte DERPART-Chef Ralph Osken. Auch die Reisebüros müssten daher das Internet stärker als Medium für Beratungen und Auskünfte nutzen.

Die elektronischen Medien sollten nicht als Bedrohung, sondern als Chance für das Reisegeschäft gesehen werden, betonte Goodman. So solle das Reisefernsehen mit Fernsehspots über Hotels und Reiseziele in erster Linie neue Kundengruppen erschließen. Goodman wies jedoch darauf hin, dass sich das Geschäft stärker auf die neuen Vertriebsformen wie Internet-Angebote und telefonische Vermarktung über Call-Center verlagern werde.

Der Vorstandssprecher des C&N (Condor-Neckermann)-Konzerns, Stefan Pichler, kritisierte, dass erst knapp jedes vierte deutsche Reisebüro im Internet vertreten sei. In Zukunft komme es auf die richtige Mischung verschiedener Vertriebskanäle an: Die Reiseunternehmen müssten den traditionellen Verkauf und Online-Absatz kombinieren. C&N will bis zum Jahr 2005 zehn Prozent seines Umsatzes über Online- Medien erwirtschaften. Bereits im kommenden Geschäftsjahr 2000/2001 sollen 50 Millionen DM aus dem elektronischen Vertrieb kommen nach 25 Millionen DM im laufenden Jahr.

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