Fernsehformate wie „Big Brother” und „I’m a Celebrity…” heizen Trend an
SMS erschließt TV-Sendern neue Einnahmequellen

Eine Studie von GartnerG2 zeigt, dass Europäer SMS-Botschaften zur Interaktion mit Fernsehsendungen nutzen. Dabei ergeben sich neue Einnahmequellen für die Fernsehsender.

HB. Die Experten von Gardner haben festgestellt, dass in Großbritannien 2,4 Millionen Befragte angeben - dies entspricht 7 Prozent der dortigen Handynutzer, dass sie regelmäßig SMS an TV-Sendungen wie "Big Brother 3" oder "I?m a Celebrity... Get Me Out of Here!" senden. Weitere 2,6 Millionen (8 Prozent der Nutzer) planen, dies in Zukunft zu tun.

Der Studie zufolge weist Frankreich mit 10 Prozent SMS-verschickenden Handynutzern (2,7 Millionen Erwachsene) überraschende Zahlen auf, wobei weitere 10 Prozent interessiert sind. In Deutschland setze sich diese Art der SMS-Nutzung langsamer durch; momentan schickten 5 Prozent der Handynutzer (2,0 Millionen Erwachsene) SMS an TV-Sendungen, um an Abstimmungen teilzunehmen, und weitere 3 Prozent planen dies in Zukunft zu tun, heißt es.

SMS mächtig auf dem Vormarsch

"Die Beliebtheit von SMS hat die des Internets inzwischen in ganz Europa und in jeder Altersgruppe überholt. Fernsehsender können sich zusätzliche Einkommensquellen erschließen, wenn sie in ihre Sendungen die Möglichkeit einbinden, SMS-Nachrichten zu schicken. Dies kann etwas Licht in die ansonsten düstere Situation der Branche bringen", bemerkt Adam Daum, Chief Analyst bei GartnerG2, der die Studie durchführte.

Interaktivität kostengünstig umsetzen

"Diese Technik erlaubt herkömmlichen Fernsehsendern, einfache Interaktivität zu viel niedrigeren Kosten in ihre Programme einzubringen als wenn sie normale TV-Interaktivitätstechnologie nutzen würden - und das bei höheren Einnahmen. Das werden Unternehmen, die interaktive TV-Dienste anbieten, in den nächsten Quartalen schmerzhaft zu spüren bekommen."

Laut GartnerG2 nutzen bereits 5 bis 10 Prozent der Handybesitzer in Europa SMS zur Interaktion mit TV-Sendungen. Diese Größenordnung ist erstaunlich, da relativ wenige Fernsehsendungen SMS-Interaktion überhaupt anbieten. Da immer mehr Sendungen diese Art des Formats einführen werden und viele Handybesitzer "definitiv interessiert" daran sind, zukünftig diese Art von SMS zu verschicken, rechnet GartnerG2 damit, dass sich die Anzahl der "TV-Texter" verdoppeln wird.

Daum ergänzt: "SMS ist für Konsumenten wesentlich zweckmäßiger als herkömmliches Telefonieren: Die wahrgenommenen Kosten sind niedriger, es gibt keine Verzögerung oder Besetztzeichen, und außerdem haben viele Konsumenten einfach keinen Telefonanschluss im selben Zimmer wie den Fernseher."

Abstimmungstechnik per SMS boomt

Daum fügt hinzu: "In Großbritannien hat "Big Brother 3" 5,41 Millionen Abstimmungen per SMS generiert, 24 Prozent aller Stimmen, wenn mit Mobilfunkanbietern wie zum Beispiel O2 zusammengearbeitet wurde. Derartige finanzielle Anreize haben die Entwicklung der SMS-Abstimmungstechnik sehr schnell vorangetrieben. Indem sie neue, innovative Dienste anbieten, können Fernsehsender nun Interaktivität mit den Zuschauern erreichen und sie zur Generierung von Cash Flow nutzen. Das Resultat werden Sendungen sein, die zum Teilnehmen animieren, sowie weitere innovative Marketing-Techniken."

Für Fernsehsender ist dies eine willkommene kostengünstige low-tech Lösung für einige der technischen Probleme, die interaktives Fernsehen mit sich bringt. Das Versenden von SMS nutzt eine Standardtechnologie und kann auf eine riesige bereits vorhandene Menge an Nutzern bauen. Für Fernsehsender generiert es eine neue Einkommensquelle durch Verträge mit Mobilfunkanbietern und verfügt über eine viel größere Reichweite als interaktive digitale TV Set-Top-Boxen. Dies wird sich auch nach dem Rollout der digitalen terrestrischen Fernseher nicht ändern, da die meisten DTT-Boxen nicht über Two-Way-Interaktivität verfügen werden.

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