Fernsehinterview mit Saddam Hussein: "Wir werden hier sterben"

Fernsehinterview mit Saddam Hussein
"Wir werden hier sterben"

Iraks Präsident Saddam Hussein hat in einem Fernsehinterview keine Bereitschaft erkennen lassen, die Forderung der Vereinten Nationen (UNO) nach Zerstörung unerlaubter Raketen nachzukommen.

Reuters WASHINGTON. Saddam sagte in einem Exklusivinterview mit dem US-Sender CBS, er sehe keinen Grund dazu und fügte hinzu: "Wir haben keine Raketen die die vorgeschriebene Reichweite überschreiten."

UNO-Chefinspektor Hans Blix verlangt von Irak, Raketen vom Typ El Samud-2 von Samstag an zu verschrotten, da sie die erlaubte Reichweite überschritten. Die Forderung Blix' gilt als Prüfstein für die Kooperationsbereitschaft Iraks, dem die USA mit einem Krieg wegen Verletzung der UNO-Abrüstungsauflagen drohen. Das Interview, das in Auszügen bereits von CBS in den vergangenen Tagen ausgestrahlt wurde, soll am Mittwoch gesendet werden.

Darin bestreitet Saddam, Verbindungen zu der Extremistengruppe El Kaida zu unterhalten und schließt einen Gang ins Exil aus. "Irak hatte niemals irgendwelche Verbindungen zu El Kaida", sagte Saddam dem CBS-Journalisten Dan Rather. Die USA vermuten die Gruppe des Moslem-Extremisten Osama bin Laden hinter den Anschlägen vom 11. September und haben Irak vorgeworfen, Verbindungen zu El Kaida zu unterhalten. Er werde seine Nation nicht im Stich lassen, sagte Saddam und fügte hinzu: "Wir werden hier sterben. Wir werden in diesem Land sterben und wir werden unser Ehre bewahren, die Ehre die vor unserem Volk verlangt wird."

Zugleich schloss der irakische Präsident die Möglichkeit aus, irakische Ölfelder anzuzünden oder Dämme in die Luft zu sprengen, um eine US-Invasion aufzuhalten: "Irak verbrennt seinen Reichtum nicht und zerstört seine Dämme nicht."

Rather sagte, Sadam habe einen ruhigen Eindruck gemacht, auch wenn er sich auf einen Krieg mit den USA gefasst mache. "Er weiß, dass die Zeit für eine Invasion sehr nahe ist. Er nimmt sehr ernst, was Präsident (George W.) Bush sagt." Allerdings habe Saddam noch immer nicht akzeptiert, dass er den Golfkrieg 1991 verloren habe. Er gehe auch bei einer drohenden neuen Auseinandersetzung davon aus, dass er unbesiegt aus dem Konflikt hervorgehen werde. Allerdings rechne Saddam mit einen gewaltigen ersten und möglicherweise auch zweiten Schlag der USA und ihrer Verbündeten.

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