Fernsehkonzern will Teleshopping ausbauen
Ertrag bei Pro Sieben sinkt drastisch

Die Pro Sieben Sat 1 Media AG hat im ersten Quartal einen Ertragseinbruch erlitten. Vor allem der Sender Sat 1 und die Anlaufkosten für den Nachrichtensender N24 belasten das Ergebnis. Dennoch ist Vorstandschef Urs Rohner optimistisch, Ergebnis und Umsatz deutlich steigern zu können.

mwb/HB MÜNCHEN. Die Pro Sieben Sat 1 Media AG ist nach dem Rekordjahr 2000 schwächer in das laufende Jahr gestartet als ursprünglich angenommen. Im ersten Quartal sank das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Pro-Forma-Wert des Vorjahres um 37 % auf 28,6 Mill. Euro. Vorstandschef Urs Rohner hatte ursprünglich mit 34,1 Mill. Euro gerechnet. Auch beim Umsatz verfehlte Pro Sieben mit einem Minus um 2 % auf 513,7 Mill. DM das Ziel um über 30 Mill. DM. Die Erwartungen der meisten Analysten wurden damit enttäuscht.

Vorstandschef Rohner begründet den Einbruch vor allem mit der Flaute auf dem Werbemarkt im Januar und Februar. Im März seien die Erlöse der mehrheitlich zur Kirch-Gruppe gehörenden Senderfamilie aus Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1 und N 24 wieder um 4 % gestiegen. "Wir haben uns noch relativ gut behauptet", sagte Rohner bei der Vorlage der Bilanz. Im zweiten Halbjahr will der Konzern deutlich zulegen und peilt bis zum Jahresende eine Umsatz- und Ergebnissteigerung "im zweistelligen Prozentbereich" an.

Belastet wurde das Ergebnis durch den im Vorjahr übernommenen Sender Sat 1, dessen Umsatz um 12,3 % auf 214 Mill. Euro und der Verlust vor Steuern von minus 7 auf minus 22 Mill. Euro anstieg. Vorstandschef Rohner sieht die Fusion dennoch als Erfolg. Die Synergien hätten in den ersten drei Monaten die Kosten der Fusion übertroffen. Nur der Nachfragerückgang auf dem Werbemarkt habe diese Effekte überlagert. Im Jahr 2000 habe die Integration 28 Mill. Euro verschlungen, sagte Finanzchef Lothar Lanz. In diesem Jahr werde das Ergebnis noch einmal mit 15 Mill. Euro belastet. Die Integration von Sat 1 habe oberste Priorität. Der Finanzchef rechnet in 2001 mit 50 Mill. Euro Synergien durch die Fusion.

Pro Sieben will seine leichte Marktführung im Zuschauermarkt ab 3 Jahren mit einem Anteil von 24,6 % im bisherigen Jahr gegenüber der RTL-Familie (24,4 %) vergrößern. Rohner plant weitere Expansion, vor allem im Inland mittelfristig dann auch in Osteuropa. Zunächst soll aber das so genannte Transaktionsfernsehen weiter ausgebaut werden. Eine Übernahme des TV-Shopping-Anbieters Hot sei nicht geplant. Hot produziert seit März LiveEinkaufs-Sendungen für Sat 1 und Kabel 1. Bis 2005 werde der Markt für Transaktionsfernsehen in Deutschland auf 1 Mrd. Euro ansteigen. Spekulationen, Pro Sieben wolle den Sender TM 3, der gerade zum TV-Shopping-Sender umgebaut wird, übernehmen, kommentierte Rohner nicht. Der Anfang 2000 gegründete Sender N 24 kommt mit einem Umsatzplus um 9 % auf 9,6 Mill. Euro und einem Verlust von minus 7,7 Mill. Euro nicht so recht in Gang.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Senderfamilie mit einem Konzernumsatz von 2,155 Mrd. Euro und einem Ergebnis vor Steuern von 205 Mill. Euro trotz der Belastungen aus der Fusion ein Rekordjahr.

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