Fernsehspot
Hillary, Bin Laden und die Berliner Mauer

Nach sechs Wochen Pause werden die Vorwahlen der Demokratischen Partei um die Präsidentschaftskandidatur am heutigen Dienstag fortgesetzt. Im US-Staat Pennsylvania kämpften beide Bewerber bis zuletzt um Stimmen. Hillary Clinton muss hier gewinnen – und setzte im Endspurt drastische Mittel ein.

HB BLUE BELL/USA. In einem TV-Spot rückte Clintons Wahlkampfteam vor der wichtigen Vorwahl in Pennsylvania jetzt die Bedrohung durch das Terrornetzwerk El-Kaida in den Vordergrund und zeigte Bilder von Osama bin Laden. Damit wurde erstmals in einem Werbespot im Präsidentschaftswahlkampf die Bedrohung der USA durch Bin Laden behandelt. Der Sprecher von Clintons Gegenspieler Barack Obama, Bill Burton, kritisierte, dass der Werbespot „eine Politik der Angst“ betreibe.

Die New Yorker Senatorin wollte mit dem Beitrag ihre außenpolitische Erfahrung betonen. In dem Spot erinnerte Clinton auch an den Fall der Berliner Mauer und erklärte, bei der Präsidentenwahl im November gehe es „um den wichtigsten Job der Welt“.

Aufgrund der demographischen Situation in Pennsylvania wird dort mit einem Sieg für Clinton gerechnet - in diesem US-Staat gibt es mehr Wähler über 50 Jahre, mehr Weiße und mehr Arbeiter als in deren Regionen der USA, was bislang meist der New Yorker Senatorin zugute gekommen ist. Obama räumte ein, dass er mit einem Sieg für Clinton rechne. Er hoffe aber, dass dieser nur knapp ausfallen werde.

In Pennsylvania sind rund vier Millionen Mitglieder und Sympathisanten der Demokratischen Partei registriert. Bei der Vorwahl geht um 158 Delegiertenstimmen. Obama führt bislang mit 1 646 zu 1 508 Stimmen. Dabei sind bereits die Stimmen der sogenannten Superdelegierten enthalten, soweit diese sich auf einen der beiden Bewerber festgelegt haben. Die Superdelegierten können beim Nominierungsparteitag der Demokraten vom 25. bis 28. August in Denver frei entscheiden, ohne auf das Ergebnis ihrer Herkunftsstaates festgelegt zu sein.

Auf ihre Stimmen wird es letztlich ankommen. Es gilt mittlerweile als nahezu ausgeschlossen, dass Clinton oder Obama die erforderliche Delegiertenzahl von 2 025 bei den insgesamt elf noch ausstehenden Vorwahlen erreichen können. Dabei führt Obama zurzeit in der Anzahl sowohl der errungenen Stimmen als auch der gewonnenen Staaten, zudem hat er in Umfragen die Mehrheit der US-Bevölkerung hinter sich.

Michael Moore fühlt sich von Clinton „angeekelt“

Der amerikanische Dokumentarfilmer Michael Moore hat sich indes im Präsidentschaftswahlkampf auf die Seite von Barack Obama gestellt. Obama vertrete „eine massive öffentliche Bewegung für den Wechsel“, erklärte Moore am Montag auf seiner Web-Site und fügte hinzu: „Meine Unterstützung ist eher für die Obama-Bewegung als für den Kandidaten Obama.“

Scharfe Kritik äußerte Moore an Clinton. Vor zwei Monaten sei er von den Handlungen und Äußerungen Hillary Clintons nur enttäuscht gewesen. Inzwischen fühle er sich davon angeekelt. Auch von der Demokratischen Partei sei er enttäuscht, weil sie es bisher nicht geschafft habe, den Irak-Krieg zu beenden, erklärte Moore.

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