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Ferrari-Chef lehnt Testbeschränkung ab

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat sich gegen eine Beschränkung der Formel-1-Testfahrten ausgesprochen.

dpa HAMBURG. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat sich gegen eine Beschränkung der Formel-1-Testfahrten ausgesprochen.

"Stellen Sie sich vor, Sie würden im Fußball Juventus oder Bayern München oder Manchester United vorschreiben, nur morgens oder nur mittwochs zu trainieren. Das wäre dumm, Manipulation", sagte der Chef von Weltmeister Michael Schumacher in einem Interview der "Welt am Sonntag". "Wenn ich fünf Tage die Woche mit meinem Team testen will, ist das mein Problem." Es sei sein Geld. "Selbst wenn ich es aus dem Fenster werfe - ich mache damit, was ich will."

Die neun Konkurrenzteams von Ferrari hatten sich vor kurzem auf eine Limitierung der Tests auf 24 Tage geeinigt, um die Kosten zu senken. Di Montezemolo sieht dagegen im technischen Reglement ein größeres Sparpotenzial. Als Beispiel nannte er die ab 2005 geltende Regel, dass ein Motor zwei Rennen halten soll. "Eine technische Herausforderung für alle und gleichzeitig weniger Kosten, weil man am Ende der Entwicklung weniger Motoren braucht."

Trotz der derzeit unklaren Machtverhältnisse in der Formel 1, sieht der Italiener "Licht am Ende des Tunnels". Er glaube nicht daran, dass es nach dem Auslaufen des Concorde Agreements (Formel-1- Grundgesetz) ab 2008 zwei Rennserien gibt. Zwar lässt die Herstellervereinigung Gpwc, in der auch Ferrari vertreten ist, derzeit die Möglichkeiten für eine konkurrierende Rennserie prüfen, doch laut di Montezemolo geht es letztlich nur um eine bessere Verteilung der Formel-1-Einnahmen.

"Mein Ziel ist, künftig 80 Prozent aller Einnahmen an die Teams und Hersteller zu verteilen. Bisher sind es 45 Prozent", meinte der 57-Jährige. "Die Person, die künftig die Geschäfte in der Formel 1 führt, wird unser Gesprächspartner sein, und wir erwarten von ihr Vorschläge. Sie sollte sich im Klaren sein, dass nach 2007 der Wert der alten Formel 1 gleich null sein wird, falls es zu keinem Konsens kommt. Sie würde wie ein Hollywood-Produzent ohne Schauspieler dastehen."

Derzeit halten drei Banken (Bayerische Landesbank, JP Morgan, Lehman Brothers) 75 Prozent an der Formel-1-Vermarktungsfirma Slec, die Familie von Bernie Ecclestone ist mit 25 Prozent beteiligt. Dem bislang uneingeschränkten Formel-1-Herrscher droht nach einem Gerichtsurteil der Machtverlust. Der Londoner High Court hatte entschieden, dass Ecclestone dem Bankenkonsortium mehr Einfluss einräumen muss. Die drei Geldinstitute waren durch die Kirch-Pleite an ihren Slec-Anteil gekommen.

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