Ferrari-Doppelsieg
Schumacher gewinnt Chaos-Rennen

Michael Schumacher hat in einem chaotischen Regenrennen am Sonntag in Silverstone den 60. Formel-1-Sieg seiner Karriere gefeiert und kann sich schon am 21. Juli in Magny-Cours zum fünften Mal zum Weltmeister küren.

dpa SILVERSTONE. Der Ferrari-Pilot unterstrich seinen Ruf als "Regenkönig" und dominierte das Rennen über 308,356 Kilometer fast nach Belieben. Hinter dem 33-jährigen Kerpener wurde Teamkollege Rubens Barrichello Zweiter vor dem Kolumbianer Juan Pablo Montoya im Williams-BWM.

Ralf Schumacher belegte nach mehreren Fehlern in der Williams-Box Rang acht. Nick Heidfeld (Mönchengladbach) wurde durch das turbulente Geschehen bei den diversen Reifenwechseln nach einer unauffälligen Fahrt im Mittelfeld im Sauber-Petronas noch auf Rang sechs und damit zu einem Punkt gespült. Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) fiel im Arrows nach beherzter Fahrt in der 22. Runde aus.

In der Weltmeisterschaft führt Michael Schumacher nach 10 von 17 Rennen mit 86 Punkten vor Barrichello (32), Montoya (31) und Ralf Schumacher (30). Gewinnt Schumacher in Magny-Cours, wäre er bereits vor dem Rennen in Hockenheim (28. Juli) Weltmeister, wenn weder Barrichello noch Montoya in Frankreich Zweiter werden.

Der Regen würfelte das Fahrer-Feld in der 13. Runde mit den ersten Reifenwechseln durcheinander. Ferrari bewies dabei einmal mehr seine Klasse auch jenseits der Piste: Während die Konkurrenz bei Reifenwechsel und Tanken Probleme hatte, lief bei der Ferrari-Crew alles reibungslos: Der Doppelsieg wurde sogar mit einem Stopp mehr herausgeholt als bei Montoya, der nur zwei Mal in die Box fuhr. Und Schumacher sich erwies unter schwierigsten Bedingungen erneut als Weltmeister der Zuverlässigkeit und für alle Fälle. Einen großen Anteil daran hat das Team: Sein Ferrari trug ihn zum 15. Mal hintereinander ohne technischen Defekt ins Ziel.



Regenkönig war nicht zu halten

Zwar kam Montoya als Trainingsschnellster nach dem ersten Stopp noch als Erster aus der Box, doch danach war Michael Schumacher mit dem Mischreifen von Bridgestone von den Michelin-bestückten Williams- BMW nicht mehr zu halten. Dies galt auch für den entfesselten Barrichello, für den das Rennen höchst unglücklich begonnen hatte. Der Brasilianer blieb beim Start zur Einführungsrunde stehen und musste als 21. und Letzter das Rennen aufnehmen. Die grandiose Aufholjagd führte ihn schon in der 20. Runde auf Rang zwei.

Während Michael Schumacher seine Qualitäten als Regenkönig demonstrierte, erwischte es Bruder Ralf wieder einmal bös: Beim ersten Boxenstopp fehlte ein Reifen, Schumacher stand über 15 Sekunden länger als die Konkurrenz. Beim zweiten Stopp versagte der Tankstutzen: Der Kerpener konnte erst nach 29 Sekunden weiter fahren.

McLaren-Mercedes verkalkulierte sich total bei der Reifenwahl. Das Team spekulierte zunächst auf ein schnelles Ende des Regens und blieb mit den Trockenreifen zu lange auf der nassen Bahn. Danach war vor allem David Coulthard immer mit den falschen Reifen unterwegs. Der 31-Jährige war vier Mal an der Box. Der Schotte hatte keine Chance, die Hoffnungen der britischen Landsleute zu erfüllen. Die hatten am Samstag über Rundfunk gefleht: "Fußball-WM aus, Wimbledon aus, David lass du uns nicht auch im Stich."

Ein glänzendes Rennen fuhr bis zu seinem Ausscheiden in der 22. Runde Heinz-Harald Frentzen, dessen Start überhaupt erst durch eine Last-Minute-Zahlung seines Chef Tom Walkingshaw in Höhe von fünf Mill. Euro für die Cosworth-Motoren möglich wurde. Der Mönchengladbacher ging mit seinen Arrows als Trainings-16. ins Rennen und lag beim Aus sogar auf dem 7. Platz.

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