Fertigung geht nach Singapur
Siemens will Mobiltelefone fremdproduzieren lassen

Die Mobilfunksparte der Siemens AG will zur Befriedigung der anhaltenden Nachfrage nach Handys in den nächsten drei Jahren rund 33 Mill. Mobiltelefone fremdproduzieren lassen.

Reuters MÜNCHEN. Die Mobilfunksparte der Siemens AG will zur Befriedigung der anhaltenden Nachfrage nach Handys in den nächsten drei Jahren rund 33 Mill. Mobiltelefone fremdproduzieren lassen. Siemens habe einen Auftrag zur Fertigung der Telefone an die Flextronics International Ltd. mit Sitz in Singapur vergeben, teilte der Siemens-Bereich Information and Communication Mobile (ICM) am Donnerstag in München mit. Gleichzeitig werde die Kapazität in den eigenen Werken in Kamp-Lintfort, Bocholt und Leipig erhöht. Im chinesischen Werk in Shanghai solle die Mobiltelefon- Produktion in den nächsten drei Jahren auf zehn Mill. Stück verdoppelt werden.

In der vergangenen Woche hatte Siemens angekündigt, wegen der Lieferungsengpässen bei den Komponenten das ursprüngliche Ziel, im Geschäftsjahr 1999/2000 rund 30 Mill. Handys zu produzieren, nicht erreichen zu können. Im kommenden Geschäftsjahr solle das Volumen aber erneut mehr als verdoppelt werden, sagte ICM-Chef Rudi Lamprecht am Donnerstag. Innerhalb von zwei bis drei Jahren wolle Siemens seinen Anteil am Weltmarkt signifikant steigern und zu einem der drei größten Anbieter von Mobiltelefonen werden. Marktführer ist derzeit Nokia, gefolgt von Motorola und Ericsson .

Allein in Asien wolle Siemens mobile in den nächsten drei Jahren rund 1,5 Mrd. Euro für den Ausbau des Geschäfts investieren, davon 500 Mill. Euro ins Marketing, hieß es. Kernmarkt dabei sei China. Der Markteintritt in den USA sei für das kommende Jahr vorgesehen. "Durch die Vergabe eines Teils unserer Handy-Produktion können wir schneller auf die Bedingungen des Marktes reagieren und schneller unsere Produkte auf den Markt bringen", sagte Lamprecht. "Außerdem sind wir ständig ausverkauft, und Flextronics hilft uns, die Nachfrage zu befriedigen", fügte er hinzu. In den ersten neun Monaten 2000 hatte ICM einen Umsatz von sechs Mrd. Euro erzielt und sein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) auf 720 (Vorjahr: 122) Mill. Euro gesteigert. Damit ist der Bereich neben der Halbleiter-Tochter Infineon der größte Ertragsbringer von Siemens.

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