Fertigungskapazitäten sollen ausgebaut werden
Lambda Physik-Aktien kosten 29 bis 35 Euro

Die Aktien der Lambda Physik AG können vom 11. bis 19. September in einer Preisspanne von 29 bis 35 Euro gezeichnet werden.

Reuters/vwd FRANKFURT. Die Aktien der Lambda Physik AG können im Rahmen eines Bookbuildingverfahrens vom 11. bis 19. September in einer Preisspanne von 29 bis 35 Euro gezeichnet werden. Die Handelsaufnahme am Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse ist für den 21. September vorgesehen, wie aus einer Finanzanzeige des Unternehmens vom Montag hervorgeht. Der entgültige Ausgabepreis solle am 19. September bestimmt werden, hieß es. Zum Angebot kommen sollen 3 250 000 Inhaber-Stammaktien aus einer Kapitalerhöhung sowie 150 000 Aktien aus Altaktionärsbesitz. Bei hoher Nachfrage stehe eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) von zuzüglich 490 000 Aktien zur Verfügung, die ebenfalls aus Altaktionärsbesitz stammt. Konsortialführer der Emissison sei UBS Warburg, hieß es. Desweiteren gehörten dem Konsortium die Commerzbank sowie die Bank Vontobel an.

Die 1971 gegründete Lambda Physik AG ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer im Bereich spezialisierter UV-Laseranwendungen. Der Börsenkandidat befindet sich bislang zu 80 % im Besitz der Coherent Inc, Santa Clara (Californien). 20 % der Anteile hält der Lambda-Vorstandsvorsitzenden Dirk Basting. Lambda profitiere mit seinen Produkten vom zunehmenden Drang nach Miniaturisierung in Lithographie, Industrie sowie Wissenschaft und Medizin, heißt es.

In den drei Geschäftsfeldern erzielte Lambda mit einem 1999 einen Umsatz von 69 Mill. DM und sieht sich damit resistent gegenüber branchenspezifischen Schwankungen. Für das aktuelle Geschäftsjahr wird mit einem Umsatzanstieg auf etwa 90 Mill. DM gerechnet, wovon etwa 39 % auf den Bereich Lithographie, dass heißt die Halbleiterherstellung, und 34 Prozent auf den Industriesektor entfallen. Weitere 27 % werden von der Sparte Medizin und Wissenschaft erwirtschaftet. Auf Grund des US-Mehrheitsgesellschafters und der US-Gesetzgebung darf das Göttinger Unternehmen die erwarteten Umsätze für 2001 sowie für die weiteren Jahre nicht bekannt geben. Jedoch sei Lambda - bis auf das Jahr 1993 - seit seiner Gründung profitabel, heißt es aus dem Unternehmen.



Fertigungskapazitäten sollen ausgebaut werden

Nach durchschnittlichen Wachstumsraten von jährlich 15 % in den vergangenen Jahren wird bei dem Spezialisten für gepulste UV-Laser jetzt von einer Wachstumsschub ausgegangen. Im Gegensatz zu anderen Börsenkandidaten will Lambda mit den IPO-Erlösen nicht die Internationalisierung des Unternehmens finanzieren. Diese sei bereits seit 20 Jahren Realität bei Lambda, als in den USA eine Tochter aufgebaut wurde. Geplant ist statt dessen, die bestehenden Fertigungskapazitäten auszubauen. Wie es heißt sei die EBIT-Marge bei Lambda "seit Jahren" zweistellig. Nachdem sie 1999 bei 10,9 % lag, soll sie auch in 2000 zweistellig sein.



Generell werden Struktur- oder Linienbreiten aus physikalischen Gründen von der Wellenlänge der Belichtungsquelle bestimmt. Im Bereich der Halbleiterherstellung besitzen die Göttinger nach eigenen Angaben mit ihrem zwischen 193 und 157 Nanometer arbeitenden Excimerlaser derzeit über die Technologieführerschaft. In diesem Verfahren werden die Laser durch Gase und nicht durch Kristalle erzeugt. Mit diesen im Gegensatz zum üblichen Verfahren "kalten" Laserimpulsen werden die Prozessorstrukturen mittels Belichtung auf die Siliziumrohlinge (Wafer) aufgetragen. Der Vorteil sei, dass das Material hierbei bei der Bearbeitung nicht schmilzt oder verbrennt.



Binnen zwei Jahren sei es Lambda damit gelungen, den Weltmarktanteil auf 10 bis 15 % zu verdoppeln. Ziel sei es, diesen Wert im Bereich Lithographie binnen drei Jahren auf 25 % zu steigern. Neben der Chipherstellung wird das Produkt in der Medizin bei Augenoperationen auch zur Behandlung von Kurzsichtigkeit benutzt. Ein weiteres Lambda-Produkt sind diodengepumpte Festkörperlaser. Auch im Industriebereich sei die Gesellschaft ein wichtiger Player. Flachbildschirme, mit derzeitigen Wachstumsraten von 30 % pro Jahr, werden zu 80 % mit Lambda-Lasern hergestellt. Bei Tintenstrahldruckköpfen, deren Wachstum etwa 10 % jährlich beträgt, verfügen die Göttinger im Produktionsbereich über einen Marktanteil von weltweit 90 %.

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