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Festere Nasdaq beflügelt deutsche Aktien

Fester tendierende US-Technologiewerte haben nach Angaben von Händlern den deutschen Aktien deutliche Kursgewinne beschert. Trotz enttäuschender Umsatz- und Gewinnprognosen des Online-Portals Yahoo! hätten sich die US-Anleger an der Technologiebörse optimistisch verhalten, was die Stimmung insbesondere am deutschen Wachstumssegement merklich beflügelt habe, sagten Händler.

Reuters FRANKFURT. Die am Mittwoch nach US-Börsenschluss veröffentlichten Quartalszahlen des US-Elektronikkonzerns Motorola, die im Rahmen der Erwartungen lagen, seien am deutschen Markt zudem erleichtert registriert worden. Kaufinteresse bestand am Donnerstag weiterhin an der schwergewichtigen SAP-Aktie. Am Neuen Markt belastete die Yahoo-Prognose lediglich die deutschen Online-Werte.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) lag am Ende der Sitzung 2,3 % höher bei 6465,21 Zählern. Der MDax für die mittelgroßen Werte notierte 0,95 % höher bei 4526,12 Punkten. Am Neuen Markt gewann der Blue-Chip-Index des Wachstumssegmentes Nemax 50 8,3 % auf 2421,47 Zähler und der alle Werte umfassende Nemax All Share 5,9 % auf 2442,22 Punkte. Gute Unternehmenszahlen hätten das angeschlagene Vertrauen der Anleger wieder etwas gesteigert, sagte ein Händler.

An der US-Technologiebörse scheint Händlern zufolge ein Boden erreicht. Der Nasdaq Composite Index tendierte gegen Börsenschluss in Deutschland 4,16 % höher bei 2629,19 Zählern, während der US-Standardwertemarkt 0,34 % auf 10567 Zähler verlor.

Die Aufmerksamkeit der Anleger konzentrierte sich am Donnerstag im Dax auf SAP, Schering und Deutsche Bank. Die SAP-Aktien werden nach Angaben von Händlern inzwischen auch von vielen Privatanlegern nachgefragt. Der Titel, von Merrill Lynch nach eigenen Angaben auf ihre "Techfolio-Liste" gesetzt und damit zum Kauf empfohlen, kletterte 9,55 % auf 180 Euro. Großer Dax-Gewinner waren außerdem Schering, die Händlern zufolge durch Gerüchte um eine geplante Übernahme des Berliner Pharmakonzerns durch seinen schweizerischen Konkurrenten Roche in die Höhe getrieben wurden. Am Ende notierte das Papier 6,78 % fester bei 57,15 Euro. Schering wollte die Spekulationen über eine Fusion auf Anfrage ebenso wenig kommentieren wie Roche.

Im Rampenlicht standen ferner die Aktien der Deutschen Bank, die sich rund 3,57 % auf 94,25 Euro verteuerten. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte am Mittag eine Heraufstufung der Deutsche-Bank-Aktien auf "Kaufen" von "Halten" bestätigt.

Auf der Verliererseite standen Lufthansa, die ihre Talfahrt vom Mittwoch fortsetzten. Die Aktie verlor parallel zu ihren europäischen Konkurrenten und büßte 2,69 % auf 25,3 Euro ein. Auch die Automobilbranche stand erneut unter Druck, angeführt von BMW, die sich um 3,19 % auf 34,85 Euro verbilligten.

Zu den wenigen Verlierern am Neuen Markt gehörten die Internet-Anbieter T-Online, die zwei Prozent abgaben, und Lycos Europe mit einem Minus von 5,48 % auf 3,45 Euro. Der US-Wettbewerber Yahoo! hatte am Mittwochabend zwar Geschäftszahlen innerhalb der Erwartungen der Analysten vorgelegt, allerdings eine Prognose für 2001 präsentiert, die deutlich unter den Vorhersagen der Branchenexperten lag.

Gefragt waren dagegen Unternehmen, die zuvor gute Zahlen veröffentlicht hatten und Händlern zufolge das Vertrauen der Anleger wieder etwas steigerten. So gewannen unter anderem die Unternehmen Macropore, Kontron, RT-Set und Ixos. Letztere führten die Gewinner mit 71,96 % Kurssteigerung mit Abstand an.

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