Festnahmen im Tessin
USA gelingt Schlag gegen bin Ladens Finanznetz

Die US-Regierung hat am Mittwoch in einer weltweit koordinierten Aktion zwei Finanznetzwerke blockiert, die Millionenbeträge für die Terrorgruppe El Kaida verschoben haben sollen. Das teilte US-Präsident George W. Bush in einem Außenbüro des Finanzministeriums in Virginia außerhalb von Washington mit. Bushs Auftritt zusammen mit den Ministern des Äußeren, der Finanzen und Justiz unterstrich nach Angaben des Weißen Hauses die Bedeutung, die Bush der Bekämpfung der Terrorfinanzierung beimisst.

dpa WASHINGTON. Weltweit gingen Polizisten in 40 Ländern gegen Verdächtige vor. In den USA wurden in Razzien in vier US-Bundesstaaten Büros durchsucht und teilweise geschlossen. Dutzende wurden verhört. In Boston im Bundesstaat Massachusetts wurden nach Angaben von Justizminister John Ashcroft zwei Männer wegen illegaler Geldtransfers angeklagt.

"Wir haben zwei Elemente (der Terrorfinanzierung) im In- und Ausland lahm gelegt", sagte Bush. Betroffen waren Büros und Unternehmen, die lose in den Finanznetzwerken Al Taqwa und Al Barakaat verknüpft sind. Insgesamt wurden nach den Worten von Bush die Vermögenswerte von 62 Gruppen, Unternehmen und Einzelpersonen eingefroren. Die Netzwerke hätten die Terrorgruppen nicht nur mit Geld versorgt, sondern auch Kommunikation bereitgestellt. "Sie verwalten, investieren und verteilen Gelder für El Kaida", sagte Bush. Erlöse aus kriminellen Aktivitäten in einem Land würden für die Finanzierung von Terroranschläge in andere Länder transferiert. "Wir haben das Werk der Mörder gestört", sagte Bush.

Im weltweiten Kampf gegen den Terrorismus waren nach Angaben von Finanzminister Paul O'Neill bis Mittwoch weltweit rund 43 Mill. Dollar auf Konten eingefroren worden, 24 Mill. Dollar davon in den USA. "Wir werden nicht aufgeben, bis der Krieg gegen den Terrorismus gewonnen ist", sagte Justizminister Ashcroft.

Auf Bitten der USA trat die Polizei unter anderem in den Arabischen Emiraten, in Saudi-Arabien, Liechtenstein und in der Schweiz in Aktion. In Muri bei Bern, Lugano und Campione d'Italia wurden zahlreiche Akten beschlagnahmt, berichtete der Schweizer Rundfunk am Mittwoch. In Lugano wurden die Chefs der Nada die Ägypter Youssef Mustafa Nada und Ali Ghaleb Himmat, verhört. Die Gesellschaft führte bis vor den Attentaten in den USA noch den Zusatz "Al Taqwa" in ihrem Namen und steht im Verdacht, Verbindungen mit dem Terroristenführer Osama bin Laden und El Kaida zu haben. In Liechtenstein werden die Firmen Al Taqua Trade, Property and Industry Co. Ltd., und Asat Trust Reg. mit Sitz in Vaduz untersucht, teilte die liechtensteinische Regierung mit. Bisher hätten sich keine kriminellen Aktivitäten dieser Gesellschaften gefunden.

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