Festnahmen nach Großrazzia
Handel mit gefälschten WM-Tickets blüht

Bei der Eishockey-WM in Tschechien hat offenbar eine organisierte Bande im großen Stil falsche Karten in Umlauf gebracht. Bei einer Großrazzia gab es jetzt mehrere vorläufige Festnahmen mutmaßlicher Schwarzhändler. Im Mittelpunkt der Betrugsfälle standen bislang die Spiele der Slowakei und der Letten.

HB PRAG. Die Behörden gingen derzeit davon aus, dass es sich um einen Fall organisierter Kriminalität handele, berichtete die Prager Zeitung "Mlada fronta Dnes". Die Polizei wollte am Abend die bisher größte Razzia am Rande des Spiels Slowakei gegen Finnland in Ostrau mit Zivilbeamten durchführen.

In Prag sei ein Mann aus Lettland festgenommen worden, der Landsleute um etwa 150 000 ? geprellt haben soll, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Bereits am Samstag waren etwa 150 lettische Fans in Prag von Hallenordnern abgewiesen worden, da sie das Spiel Lettland gegen Tschechien unbewusst mit gefälschten Karten besuchen wollten. Ein lettisches Reisebüro hatte die Karten mit etwa 850 weiteren Tickets für rund 25 000 ? im Internet bestellt und war davon ausgegangen, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt.

Man habe Verständnis, wenn Fans untereinander Karten verkaufen würden, sagte ein Behördensprecher am Mittwoch. Wegen der "Paket-Verkäufe" hätten vermutlich tausende Zuschauer Tickets für Spiele, die sie weniger interessieren würden: "Wenn diese Karten für einen normalen Preis vor der Halle angeboten werden, haben wir wenig dagegen. Aber wenn jemand 250 ? für eine Vorrundenpartie fordert, muss er mit einem Bußgeld von bis zu 30 000 ? rechnen."

Das Tschechische Fernsehen (CT) hatte am Dienstagabend über Schwarzhändler berichtet, die mit dem Verkauf von Tickets zu Wucherpreisen täglich bis zu 5 000 ? einnehmen würden. Auch deutsche Fans hatten im Vorfeld der WM über zu wenige Karten geklagt.

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