Festnetzgeschäft stabilisiert
Telekom nennt überraschend Zahlen

Die Deutsche Telekom hat am Donnerstag inmitten der Spekulationen über eine Ablösung von Konzernchef Ron Sommer überraschend Geschäftszahlen vorgelegt. Demnach wurde der Abwärtstrend im Festnetzgeschäft im zweiten Quartal dieses Jahres gestoppt.

Reuters FRANKFURT. Die Telekom teilte am Abend mit, das vorläufige Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) sei im ersten Halbjahr 2002 gegenüber dem Vorjahreshalbjahr bei fünf Milliarden Euro stabilisiert worden. Im ersten Quartal war das operative Ergebnis Ebitda beim größten europäischen Telekom-Konzern auf Grund von Preissenkungen und Kabelnetz-Verkäufen um rund neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Im Quartalsvergleich blieb das Ebitda der ertragsstärksten Telekom-Sparte auf der Basis von Reuters-Berechnungen weitgehend konstant.

Der Umsatz in der Festnetzsparte T-Com sei im Halbjahr um knapp zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 14,7 Milliarden Euro gestiegen, teilte die Telekom weiter mit. Im Quartalsvergleich sank der Umsatz nach Reuters-Berechnungen hingegen leicht auf rund 7,25 Milliarden Euro nach zuletzt 7,44 Milliarden Euro. Im weiteren Jahresverlauf sei mit einer weiteren Ergebnisverbesserung im Festnetzgeschäft zu rechnen, da die Preiserhöhungen zum 1. Mai voll ergebniswirksam seien.

Die Mobilfunksparte T-Mobile verzeichnete nach Angaben der Telekom beim operativen Ergebnis das beste Halbjahresergebnis der Unternehmensgeschichte. Die Telekom bestätigte jüngste Angaben aus Unternehmenskreisen, wonach sich das Ebitda in der Mobilfunksparte um mehr als eine Milliarde Euro gegenüber dem Vorjahreswert von 1,4 Milliarden Euro verbessert habe.

Dazu habe vor allem die US-Tochter VoiceStream beigetragen. Deren operatives Ergebnis sei mit 106 Millionen Euro gegenüber dem Vorquartal um mehr als 50 Prozent gestiegen. Die Kundenzahl von VoiceStream habe im Quartal gegen einen zum Teil schwächeren Markttrend um mehr als 525 000 auf mehr als acht Millionen zugenommen. Das Verhältnis von Vertragskunden zu Kunden mit im Voraus bezahlten Mobilfunkkarten habe sich weiter verbessert. In Deutschland habe T-Mobile mehr als 200 000 Kunden hinzugewonnen.

Bei einem Analysten wurden die Geschäftszahlen positiv aufgenommen. "Die Voicestream-Zahlen sind sehr beeindruckend, soweit man das bisher sagen kann", sagte Hannes Wittig, Telekomanalyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Vor allem die hohe Zahl von 700 000 neuen Vertragskunden sei ausgezeichnet. Damit habe Voicestream zum dritten Mal in Folge bessere Quartalszahlen als erwartet vorgelegt. Die Festnetzsparte T-Com habe sich anscheinend "nach dem Schock des ersten Quartals" stabilisiert.

Die Deutsche Telekom stand zuletzt unter enormen Druck an den Kapitalmärkten, die ein mögliches Ausscheiden des in die Kritik geratenen Vorstandschef Ron Sommer seit Tagen mit Kursaufschlägen feiern. Sommer will nach Angaben aus seinem Umfeld jedoch nicht freiwillig zurücktreten. Dem Konzernlenker werden vor allem eine hohe Unternehmens-Verschuldung und ein abgestürzter Aktienkurs angelastet. Auf die Geschäftzahlen reagierte die Börse im späten Geschäft positiv. Die Aktie schloss mit einem Plus von mehr als vier Prozent bei 11,61 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%