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Feststimmung an der Wall Street

Alan Greenspan schmiss die Party, Softwaregigant Microsoft sorgte für die gute Stimmung. Und die Anleger kamen gerne. Denn nicht nur die sechste Zinssenkung des Jahres sorgte für Optimismus, dass die Unternehmensgewinne Ende spätestens Ende des Jahres wieder besser ausfallen könnten. Für gute Laune sorgten auch die jüngste Neuigkeiten in Sachen Gerichtverfahren Microsoft.

Das US-Berufungsgericht in Washington hob am Donnerstag das Urteil von Richter Thomas Penfield Jackson auf. Der Richter hatte im vergangenen Jahr die Zerschlagung des Softwaregiganten in zwei voneinander unabhängige Unternehmen angeordnet. Das Urteil von Jackson wurde unter anderem aufgrund der offensiven Kommentare des Richters gegenüber der Presse und dem Konzern aufgehoben. In einem umstrittenen Interview hatte er sich zum laufenden Fall geäußert. Nun soll das Verfahren vor einem noch zu bestimmenden Richter in einem niedrigeren Gerichtshof erneut zur Verhandlung kommen.

Ursprünglich sah das Urteil vor, dass Microsoft die Geschäftsfelder Betriebssysteme und Softwareentwicklung trennen sollte. Die Fragen zur wettbewerbswidrigen Verknüpfung des Windows-Betriebssystems mit dem Internet-Browser seien noch ungeklärt, so das Berufungsgericht weiter. "Wir glauben, dass einige, aber nicht alle Vorwürfe gegen Microsoft gerechtfertigt sind", wurde die Entscheidung begründet. Die Aktien von Microsoft sind am Donnerstag vor der Verkündung sprunghaft angestiegen und wurden anschließend für dreieinhalb Stunden vom Handel ausgesetzt. Anschließend verteuerten sie sich um knapp zwei Prozent und führten die Gewinnerliste der Nasdaq Werte an. Auch die Aktien von Softwarekonkurrenten Siebel notierten im Plus.

Erhöhter Beliebtheit erfreuten sich ebenfalls die Aktien der Chip- und Computerindustrie. Der zweitgrößte Hersteller von programmierbaren Chips, Altera, bestätigte die Geschäftsprognosen für das laufende Quartal. Dass das Unternehmen die Prognosen bereits einmal um 25 Prozent reduziert hatte, schien den Anlegern wenig auszumachen. Eher unbeeindruckt reagierten sie auch auf Alteras Umstrukturierungsmaßnahmen. Das Unternehmen wird rund sieben Prozent der Stellen streichen. Kostenpunkt: 105 Millionen Dollar. Am Mittwoch hatte Marktführer, Xilinx, die Prognosen für das laufende Quartal gesenkt. Sowohl Altera als auch Xilinx notierten im Plus. Auch die Papiere der Netzwerkausrüstern waren gefragt. Intel, Oracle und Cisco ergatterten ebenfalls ihren Platz auf dem Nasdaq-Siegertreppchen. Zyklische Aktien und Finanzwerte konnten ebenfalls kräftig zulegen. Die Aktie der Citigroup profitierte nicht nur von den gesunkenen Zinsen sondern auch von einer Empfehlung des Brokerhauses Lehman Brothers. Merrill Lynch und Morgan Stanley waren ebenfalls gefragt. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index notierten im Plus.

Schwächer tendierten dagegen die Aktien der Öl- und Unterhaltungsindustrie. Exxon Mobil, Texaco und Royal Dutch büßten an Wert ein. Auch der Titel von Unterhaltungskonzern Walt Disney gab an Wert ab. Neuigkeiten im Fusionspoker um General Electric und Honeywell bewegten die Aktien. General Electric ist in letzter Minute doch zu weiteren Zugeständnisse bereit, um die europäischen Wettbewerbshüter milde zu stimmen. Die Hoffnung, dass das 42-Milliarden-Dollar-Geschäft noch nicht geplatzt ist, beflügelte die Aktie von Honeywell. Auch GE notierte im Plus.

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