Feuer am Nachthimmel
Mexikos Vulkan Popocatepetl ausgebrochen

Mit der stärksten Explosion seit Menschengedenken ist am Montagabend der mexikanische Vulkan ausgebrochen. Die Explosionsserie dauerte fast eine Stunde.

dpa MEXIKO-STADT. Mit der stärksten Explosion seit Menschengedenken ist am Montagabend in Mexiko der Vulkan Popocatepetl ausgebrochen. Weithin sichtbar schleuderte der 5 452 Meter hohe, rund 70 Kilometer südöstlich des Zentrums von Mexiko-Stadt gelegene Vulkan große Mengen glühenden Gesteins in den Nachthimmel. Das Fernsehen zeigte spektakuläre Bilder eines rot leuchtenden, feuerspuckenden Kraters. In einem Dorf an der Ostseite des Vulkans starb ein Mann an einem Herzinfarkt. Für die mexikanische Hauptstadt mit ihren rund 20 Mill. Einwohnern bestand keine unmittelbare Gefahr. Am späten Abend beruhigte sich der Vulkans wieder.

Mexikos Präsident Vicente Fox rief die Bevölkerung am Abend zur Ruhe auf. "Die Aktivität hat deutlich nachgelassen, aber wir bleiben in höchstem Alarmzustand", sagte Fox nach einer Krisensitzung im Innenministerium. Er kündigte außerdem Hilfen für die Bevölkerung der evakuierten Dörfer an. Nach offiziellen Angaben waren bis zum Abend 21 600 Menschen in Sicherheit gebracht worden.



Explosion dauerte eine ganze Stunde

Der Vulkanologe Servando de la Cruz sprach im Fernsehen vom stärksten Ausbruch seit rund 500 Jahren. Eine mäßige, aber rund eine Stunde dauernde Explosionsserie habe den Lavadom gesprengt, der in den vergangenen Tagen den Krater verstopft hatte.

Der Ausbruch hatte sich gegen 17.15 Ortszeit (00:15 MEZ am Dienstag) mit einer in der Abendsonne leuchtenden Rauchsäule angekündigt. Zwei Stunden später schien der Krater ein gewaltiges Feuerwerk zu zünden. Unter dem Druck des Kraterinneren flogen glühende Steine, Felsbrocken und Aschepartikel einen halben Kilometer hoch in die Luft in den Nachthimmel und gingen im Umkreis von mehreren Kilometern nieder, wo sie langsam ausglühten.



Nahegelegene Dörfer evakuiert

Bereits seit der vorigen Woche hatte der Vulkan seine Aktivität verstärkt und Asche bis nach Mexiko-Stadt geschleudert. Die Behörden ordneten die Evakuierung der am nächsten gelegenen Dörfer an, doch kam die Bevölkerung, oft aus Angst vor Plünderungen, den Aufforderungen zunächst nur sehr zögernd nach. Nach dem Ausbruch am Abend verstärkte sich aber die Fluchtbewegung. Nach Aussage von Präsident Fox standen 1 085 Busse und 180 Notherbergen zur Verfügung. Der Staat werde den Bauern Ernteverluste ersetzen und den Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten, in Beschäftigungsprogrammen Jobs anbieten.

Der Popocatepetl (Nahuatl für "rauchender Berg") war vor sechs Jahren in eine Phase verstärkter Aktivität getreten. Im Dezember 1994 wurden schon einmal die umliegenden Dörfer evakuiert. Im April 1996 wurden fünf Bergsteiger von einer Explosion getötet, nachdem sie trotz des bestehenden Verbotes den Berg bestiegen hatten. Ende Juni 1997 legte die bis zu diesem Montag stärkste Eruption mit einem Ascheregen den internationalen Flughafen für zwölf Stunden lahm.



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