Feuer gelöscht - Putin sieht Beleg für Niedergang des ganzen Landes
Zwei Tote bei Brand in Moskauer Fernsehturm

ap MOSKAU. Der Brand im Moskauer Fernsehturm hat nach Angaben der Feuerwehr zwei Todesopfer gefordert. Feuerwehrleute bargen am Montag die Leichen aus einem Fahrstuhlschacht des Gebäudes. Bei den Opfern handelte es sich nach Angaben des Ministeriums für Katastrophenschutz um einen Feuerwehrmann und einen Fahrstuhlführer. Über eine weitere in dem 540 Meter hohen Turm vermutete Person war nichts bekannt. Innenminister Wladimir Ruschailo erklärte, das Feuer im Turm sei 26 Stunden nach seinem Ausbruch um 17.40 Uhr (Ortszeit) unter Kontrolle gebracht worden. Nach Angaben eines Vermessers beeinträchtigte der Brand die Statik des Gebäudes, das sich zwei Meter zur Seite neigte.

Der stellvertretende Feuerwehrchef Wjatscheslaw Mulischkin sagte, die stählernen Aufhängungskabel im Inneren des Turms seien beschädigt worden und bedrohten möglicherweise das gesamte Bauwerk. "Die Kabel sind geschwächt, aber nicht gebrochen", erklärte er. Das automatische Löschsystem des Turms versagte offenbar. Möglicherweise ging auch der Löschschaum aus. Die etwa 300 Feuerwehrleute mussten ihr schweres Gerät Hunderte von Stufen den Turm hinauftragen. Ein Hubschrauber umkreiste den Turm, offenbar, um das Ausmaß der Schäden festzustellen.

Anders als beim Unglück des Atom-U-Boots "Kursk" vor zwei Wochen nahm Präsident Wladimir Putin diesmal sofort Stellung zu dem Unglück. "Dieser Notfall unterstreicht, in welchem Zustand lebenswichtige Einrichtungen sind - genau wie die gesamte Nation", sagte er bei einer Kabinettssitzung am Montag. "Nur wirtschaftlicher Fortschritt wird uns in die Lage versetzen, solche Katastrophen in Zukunft zu vermeiden".



Gebiet um Turm gesperrt



Der Moskauer Bürgermeister Juri Luschkow räumte ein, dass von den beschädigten Betonteilen eine Gefahr für den Turm ausgehe. Zuvor hatte er erklärt, das 55 000 Tonnen schwere Bauwerk könne nicht einstürzen. Er kündigte an, das Gebiet mit einem Radius von 500 Metern um den Turm zu sperren. Schaulustige, die sich am Sonntagabend im Park um den Turm versammelt hatten, wurden von der Polizei vertrieben.

Das Feuer im Ostankino-Turm, dem höchsten Gebäude Europas, war am Sonntag um 15.30 Uhr Ortszeit (13.30 MESZ) ausgebrochen. Ursache war offenbar ein Kurzschluss in 460 Metern Höhe. Von der 340 Meter hoch gelegenen Besucherplattform wurden Touristen und Restaurantgäste in Sicherheit gebracht. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf, ob möglicherweise Fahrlässigkeit zu dem Unglück führte, wie die Nachrichtenagentur Interfax berichtete.

Wegen des Brandes fielen alle größeren Fernsehsender in Moskau aus. Medienminister Michail Lesin erklärte am Montag, es werde zwei bis drei Tage dauern, bis die Fernsehübertragungen wieder liefen. Der Turm enthält laut Medienberichten auch Leitungen der Notdienste und Justizbehörden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%