Feuer unterm Vereinsdach
Strafanzeige gegen Ex-Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern

Auf schwere Vorwürfe des ehemaligen Aufsichtsrats-Vorsitzenden des 1. FC Kaiserslautern, Robert Wieschemann, der FCK-Chef René C. Jäggi in einem Interview mit der "Sport-Bild" vom Mittwoch unter anderem der Untreue bezichtigte, reagierte dieser mit einer Strafanzeige wegen falscher Verdächtigungen und Strafantrag wegen Beleidigung und übler Nachrede.

HB/dpa KAISERSLAUTERN. Beim 1. FC Kaiserslautern ist wieder Feuer unterm Dach: Nach dem krassen Fehlstart in die neue Saison sind beim pfälzischen Fußball-Bundesligisten erneut heftige Grabenkämpfe zwischen alter und neuer Führung ausgebrochen. Auf schwere Vorwürfe des ehemaligen Aufsichtsrats-Vorsitzenden Robert Wieschemann, der FCK-Chef René C. Jäggi in einem Interview mit der "Sport-Bild" vom Mittwoch unter anderem der Untreue bezichtigte, reagierte dieser mit einer Strafanzeige wegen falscher Verdächtigungen und Strafantrag wegen Beleidigung und übler Nachrede.

Diesen rechtlichen Schritten schloss sich auch FCK-Profi Ciriaco Sforza an, den Wieschemann einer "nachweisbaren Falschaussage" bezichtigte. Mit dieser werde versucht, frühere Vorstände anzuschwärzen. In einer Pressemitteilung des Clubs war von "ungeheuerlichen Anschuldigungen" die Rede. Der FCK kündigte an, Wieschemanns Aussagen durch sämtliche Berater des Clubs - das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PriceWaterhouseCoopers (PWC), sowie die Rechtanwälte Egon Müller und Christoph Schickhardt - bei einer Pressekonferenz am Freitag in Frankfurt/Main als "völlig halt- wie wertlos zu entlarven".

Wieschemanns gravierendster Vorwurf: Jäggi habe "unnötig anerkannte" Steuerschulden als angeblich verdeckte Zahlungen an Spieler nur erfunden, um eine drohende Insolvenz vorzutäuschen. Tatsächlich seien aber die Spieler steuerpflichtig und nicht der Verein. "Dies erfüllt den Tatbestand der Untreue am Vereinsvermögen", sagte Wieschemann, der den vom FCK angekündigten rechtlichen Schritten "mit äußerster Gelassenheit" entgegensieht.

Vereinswert von nahezu 120 Millionen Euro

Wieschemann behauptet weiter, dass der FCK keineswegs, wie von Jäggi dargestellt, überschuldet gewesen sei. "Die Schreckensmeldungen Jäggis über die finanzielle Situation des Vereins waren unrichtig. Von Insolvenz konnte keine Rede sein", erklärte der Jurist. Der Schweizer FCK-Chef habe vielmehr den Verein an den Rand der Insolvenz geredet und dazu die Steuerschulden in Höhe von 8,9 Millionen Euro benutzt. "Damit hatte er ein Druckmittel gegenüber den Banken, der Stadt und dem Land", warf Wieschemann Jäggi vor. Der FCK-Chef habe sich mit dem Finanzamt auf die Zahlung der Summe geeinigt, obwohl es dazu "nicht die geringste Berechtigung gab".

"Der ganze Deal mit den Steuerschulden und der dadurch drohenden Insolvenz macht nur Sinn, wenn man das Ziel hat, den wohlhabenden FCK zu einer armen Kirchenmaus zu machen, um die Beute, nämlich das Vereinsvermögen, in andere Taschen zu bringen", behauptete Wieschemann. Er bezifferte die Vereinswerte auf nahezu 120 Millionen Euro (Fritz-Walter-Stadion 100 Millionen, Trainingsgelände Fröhnerhof 20 Millionen Euro), die der Verein leichtfertig für 57,9 Millionen Euro an die neu gegründete Betreibergesellschaft verkauft habe.

Der FCK hatte Wieschemann sowie den ehemaligen Vorstands- Vorsitzenden Jürgen Friedrich auf die Zahlung von 125 000 Euro verklagt. Das ist die Summe, die die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Pfälzern neben einem Drei-Punkte-Abzug wegen Verstößen gegen Lizenzauflagen auferlegt hatte.

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