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Feuer verwüstet höchsten Wolkenkratzer Venezuelas

Ein Großfeuer hat den höchsten Wolkenkratzer Venezuelas verwüstet.

dpa CARACAS. Ein Großfeuer hat den höchsten Wolkenkratzer Venezuelas verwüstet. Mindestens 18 von insgesamt 56 Stockwerken des Bürogebäudes "Torre Este" im Einkaufs-, Büro- und Wohnkomplex "Parque Central" in Caracas seien von den Flammen am Sonntag völlig zerstört worden, berichteten Medien unter Berufung auf Feuerwehr und Zivilschutz.

"Das Feuer ist inzwischen aber unter Kontrolle", versicherte Innenminister Jesse Chacón am späten Sonntagabend (Ortszeit). Der lange Zeit befürchtete Einsturz des 221 Meter hohen Gebäudes sei nun unwahrscheinlich, sagte Chacón. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Das Feuer brach den Angaben zufolge aus noch unbekannter Ursache gegen 2.00 Uhr am Sonntag aus. Die Flammen wüteten rund 20 Stunden lang unkontrolliert. Sie zerstörten die Stockwerke 34 bis 52 des vor 20 Jahren fertig gebauten Gebäudes, in dem unter anderem das Ministerium für Infrastruktur, die oberste Zivilluftfahrtagentur und viele andere Behörden und Firmen untergebracht waren.

Inmitten dunkler Rauchwolken wurden bei der Feuerbekämpfung auch Hubschrauber eingesetzt. Feuerwehrchef Rodolfo Briceno machte die ungenügenden Sicherheitseinrichtungen für die Dimension des Brandes verantwortlich. Da es keine Sprinkleranlagen gegeben habe, hätten Feuerwehrmänner mit schwerer Ausrüstung und Wasserschläuchen 40 Stockwerke hinauflaufen müssen. Laut Medien half ein Regen am Nachmittag bei der Bekämpfung des Feuers. Briceno meinte, kleinere Brandherde müssten im Laufe des Montags gelöscht werden. 30 Feuerwehrmänner hätten wegen Rauchvergiftung behandelt werden müssen.

Staatspräsident Hugo Chávez kündigte unterdessen eine eingehende Untersuchung an. "Sehr komisch" sei, sagte er, dass die Ausweitung des Feuers nicht hätte schneller verhindert werden können. Einen Terroranschlag schloss der umstrittene Staatschef aber aus.

Der Stahl- und Betonturm "Torre Este" (Ostturm) und das nur ein paar Meter kleinere Zwillingsgebäude "Torre Oeste" (Westturm) an den beiden Enden des "Parque Central" unweit des historischen Zentrums von Caracas sind Symbole der Modernisierungsbemühungen des für lateinamerikanische Verhältnisse sehr reichen Öllandes in den 70er und 80er Jahren. Im Komplex "Parque Central" befinden sich wichtige Einrichtungen wie etwa das bedeutendste Kunstmuseum Venezuelas, das "Sofia Imber".

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