Feuer von Besatzung gelöscht
Nordseefähre wieder auf Kurs

Nach einem Brand im Maschinenraum hat die britische Nordseefähre "Norsea" am Montag mit 611 Passagieren an Bord ihre auf dramatische Weise unterbrochene Reise vom ostenglischen Hull nach Seebrügge (Belgien) fortgesetzt. Das Feuer war in der Nacht ausgebrochen und wurde nach vier Stunden durch Kohlendioxid erstickt, das in den Maschinenraum gepresst worden war.

HB LONDON. Keiner der Passagiere, die während der Löscharbeiten mit angelegten Rettungswesten auf dem Oberdeck warteten, wurde von Bord gebracht. Nach Auskunft der britischen Reederei P&O gab es keine Verletzten.

Es war der zweite Brand auf der "Norsea" innerhalb von zweieinhalb Wochen. Beim ersten Feuer im Schornsteinbereich des Maschinenraums waren zwei Besatzungsmitglieder leicht verletzt worden. Ein P&O-Sprecher sagte jedoch, er sehe keinen Zusammenhang: Beide Brände hätten sich in unterschiedlichen Maschinenräumen ereignet.

Die Fähre, auf der normalerweise 107 Besatzungsmitglieder arbeiten, war zwölf Kilometer vor der Küste von Norfolk in Brand geraten. Besatzungsmitglieder Feuerwehrleute, die aus der englischen Grafschaft Suffolk eingeflogen worden waren, kämpften gegen das Feuer. Nach einem Notruf des Kapitäns wurden drei englische Rettungsboote sowie zwei Hubschrauber in Marsch gesetzt, während sich neun andere Schiffe - zumeist Versorgungsschiffe von Bohrinseln - in der unmittelbaren Nähe der Fähre einfanden. Die Reederei P&O leitete für den Fall einer Evakuierung zudem eine andere Fähre, die "Pride of Rotterdam", zur Unfallstelle um.

Entscheidend für die Löschbemühungen sei ein modernes automatisches Feuerlöschsystem an Bord der 1987 in Schottland gebauten Fähre gewesen, sagte Mark Clark, Sprecher der Küstenwacht von Yarmouth. Es sorgte dafür, dass der Maschinenraum hermetisch vom Schiff abgeschlossen und dann mit Kohlendioxid gefüllt wurde. Nachdem das Feuer als gelöscht galt, machten sich die Besatzungsmitlieder und Feuerwehrleute in dem nun wieder geöffneten Maschinenraum an die Suche nach Brandherden.

Nach der Ankunft in Seebrügge am Montagnachmittag gegen 17.00 Uhr sollen Ingenieure damit beginnen, das genaue Ausmaß des Schadens zu ermitteln und den Grund für das Feuer zu finden. Erst dann könne entschieden werden, ob die Fähre zeitweilig außer Betrieb genommen werden müsse. Die "Norsea" kann maximal 1 250 Passagiere befördern. Sie fasst 850 Autos und befährt normalerweise die Strecke zwischen Hull und Rotterdam sowie Seebrügge. Die 179 Meter lange und 25 Meter breite Norsea ist mit vier Dieselmotoren ausgerüstet und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 18,5 Knoten (34 Kilometer pro Stunde). Sie war 1987 für P&O Ferries in Schottland gebaut worden.

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