Feuergefechte im Westjordanland und Gazastreifen
Gewalt überschattet Beginn des jüdischen Passah-Festes

Ungeachtet neuer Kontakte zwischen dem palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat und dem israelischen Regierungschef Ariel Scharon ist es am Wochenende im Westjordanland und Gazastreifen erneut zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen.

ap JERUSALEM. Zu Beginn des jüdischen Passah-Festes sprach Arafat am Samstag Scharon seine guten Wünsche aus. Dieser wiederholte laut einem Sprecher, Verhandlungen werde es erst nach einem Ende der Gewalt geben. Es war der erste direkte Kontakt zwischen Scharon und Arafat seit einem Monat.

Die israelischen Truppen wurden für das einwöchige Passah-Fest in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, nachdem Anhänger der Untergrundorganisationen Hamas und Islamischer Dschihad mit neuen Anschlägen gedroht hatten. Im Gazastreifen gingen am Sonntag zwei Bomben nahe einer jüdischen Siedlung und vor einem israelischen Armeefahrzeug hoch. Verletzt wurde niemand. Palästinenser feuerten nach israelischen Angaben außerdem zwei Mörsergeschosse auf israelische Posten.

In Tulkarem im Westjordanland wurde ein Palästinenser erschossen, dem Zusammenarbeit mit Israel vorgeworfen wurde. Der 37-Jährige sei von 14 Kugeln getroffen worden, berichtete ein Arzt. Die Asfah-Einheit 77, eine mit Arafats Fatah-Bewegung in Verbindung gebrachte Gruppe, übernahm die Verantwortung für die Tat vom Sonntag.

Drei Verletzte im Gazastreifen

Im Gazastreifen wurden am Samstag drei palästinensische Polizisten verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Israelische Soldaten feuerten von Panzern und einem Patrouillenboot aus mit Maschinengewehren auf die Polizeistation in der Nähe von Netzarim, wie palästinensische Vertreter mitteilten. In dem Gebäude ist eine Sondereinheit untergebracht, die von Israel für Angriffe auf jüdische Siedlungen und Autofahrer im Westjordanland verantwortlich gemacht wird.

Zuvor hatte eine israelische Sondereinheit am Freitagabend bei Ramallah im Westjordanland zwei örtliche Milizführer festgenommen, wie die palästinensische Seite mitteilte. Die Festnahmen erfolgten in einem Gebiet, das vollständig unter palästinensischer Verwaltung steht. Ein Sprecher der Autonomiebehörde bezeichnet die Aktion deshalb als grobe Verletzung der palästinensischen Souveränität. Der israelische Verteidigungsminister Binjamin Ben Elieser kündigte an, israelische Truppen würden künftig in die palästinensisch verwalteten Gebiete eindringen, wenn nötig.

Die Untergrundorganisation Hamas rief am Sonntag alle Moslems auf, mit allen Mitteln jüdische Besucher von der Al-Aksa-Moschee in Jerusalem abzuhalten. Scharon hatte erklärt, er wolle das Gelände für Besucher aller Religionen öffnen.

Minister: Palästinensische Wirtschaft liegt am Boden

Die palästinensische Wirtschaft erlitt in den vergangenen sechs Monaten mehr als 20 Mrd. $ (43,7 Mrd. DM/22,4 Mrd. ?) Einbußen bei Handel und Gehältern, wie der palästinensische Finanzminister Maher el Masri am Samstag erklärte. Die Arbeitslosigkeit sei infolge der Abriegelung der Autonomiegebiete durch Israel von elf auf mehr als 50 % gestiegen.



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