"Feuerschopf" möchte unberechenbar sein
Sammer lehnt auch in Stuttgart Imagewechsel ab

Trotz aller Kritik will Matthias Sammer auch in Stuttgart an seiner Linie festhalten. Einen Imagewechsel lehnt er ab, die öffentliche Meinung interessiert ihn nicht. So warnte er schon einmal seine neuen Spieler. Denn auch auf seine unerwarteten Reaktionen nach dem Spielende möchte er nicht verzichten. Unberechenbar müsse ein Trainer sein.

HB STUTTGART. Matthias Sammer hat viele Gesichter. Fans rechnen ihm seine Erfolge als Spieler und als Trainer hoch an. Schon in jungen Trainingsjahren sei er eine Respektsperson. Kritiker dagegen bezeichnen ihn als grantig, als jemand, der immer etwas zu nörgeln hat. Doch wie sieht sich Sammer selbst? Der neue Trainer des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart macht sich nicht sehr viele Gedanken über sein Image. "Meine Motivation und meine Zielstellung ist es, authentisch, ordentlich und korrekt zu sein. Das ist mir wichtig. Ich mache mir keine Gedanken darüber, was es für ein Bild von mir gibt", sagt Sammer.

Dabei wurde beim Wechsel von Borussia Dortmund an den Neckar vermutet, der 36-Jährige würde nun auch einen Imagewandel einleiten: Weg vom ewigen Nörgler und vom Ehrgeiz getriebenen Hitzkopf, hin zum etwas gesetzteren Fußball-Lehrer. "Würde ich zu sehr darauf achten, wie ich in der Öffentlichkeit rüberkomme, würde ich die Prioritäten verschieben. So viel Lust und Kraft habe ich nicht", entgegnet Sammer, räumt aber ein, dass es seine Umgebung "rein sportlich nicht immer leicht mit mir hatte, weil der Ehrgeiz mit einem manchmal auch durchgegangen ist. Und diese Besessenheit, Erfolg haben zu wollen, beinhaltet natürlich nicht immer angenehme Situationen."

Sammer hat sich dabei selbst nie geschont. Noch heute zeugt eine kleine Beule an der Stirn von der "Flickaktion" mitten in einem Bundesligaspiel des BVB, als sich der Sachse am Spielfeldrand eine klaffende Wunde hatte "tackern" lassen. Gut in Erinnerung ist auch die "Schüttelattacke" auf Andreas Möller, um den Mitspieler anzutreiben. Der erfolgreiche Jung-Trainer, der 2002 mit Borussia Dortmund deutscher Meister wurde, rät indes zur Differenzierung: Hier der verbissene Ehrgeizling, dort der nach Harmonie strebende Familienmensch. Sammer: "Ich denke, dass ich unterschiedlich zu betrachten bin: In der Arbeit auch mit Verbissenheit. Darüber hinaus bin ich aber ein Mensch, der sich nach Ruhe sehnt."

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Sammer lehnt auch in Stuttgart Imagewechsel ab

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