FIA droht mit Sanktionen
Ferrari gab Hinweis in der Reifen-Diskussion

Kurz vor den letzten drei Rennen der Formel-1-Saison nimmt die Diskussion um die Breite der eingesetzten Autoreifen an Schärfe zu. Der Automobil-Verband FIA drohte den Teams mit Sanktionen im Wiederholungsfall.

HB LONDON/MONZA. "Wenn die Reifen in Monza in einer Kombination mit einer Auto-Abstimmung benutzt werden, die zu einer Laufflächen-Breite von mehr als 270 Millimetern führt, müssen die Rennkommissare und schließlich das FIA-Berufungsgericht entscheiden müssen, falls gegen Regeln verstoßen wurde", erklärte ein FIA-Sprecher am Mittwoch.

Gleichzeitig bestätigten die FIA und Ferrari-Technikchef Ross Brawn, dass Michael Schumachers Team der FIA den entscheidenden Hinweis gegeben hatte. "Wir waren es, die die FIA auf das Problem aufmerksam gemacht haben, nachdem wir bemerkt hatten, dass die Lauffläche der Reifen nach dem Rennen zu breit war", sagte Brawn bei den Testfahrten in Monza der italienischen Zeitung "Gazzetta dello Sport" (Mittwoch-Ausgabe). Das Team ist offenbar zur Konfrontation bereit. "Die Michelin sind illegal. Wir werden es nicht weiter hinnehmen, so zu verlieren", wurde Brawn weiter zitiert.

Seit dem Großen Preis von Ungarn am 24. August gibt es heftige Diskussionen um die Breite der Michelin-Reifen, die angeblich im benutzten Zustand die vorgeschriebenen Maximalmaße überschreiten sollen. Die FIA hatte die Michelin-Partnerteams, darunter Williams- BMW und McLaren-Mercedes, in einem Brief auf die vorgeschriebene Maximal-Breite von 270 Millimetern aufmerksam gemacht.

In Budapest habe Bridgestone belastende Fotos aus der Boxengasse in die Hand bekommen, berichtete Brawn weiter: "Darauf war zu sehen, dass die Michelin-Vorderreifen nach dem Einsatz eine übergroße Lauffläche hatten." Zuvor habe man zwar einen Verdacht gehabt, diesen aber nicht verifizieren können. "Daraufhin haben wir uns an Rennleiter Charly Whiting gewandt, der auf Basis seiner Messungen und der Fotos dann diesen berühmten Brief geschrieben hat." Man hätte auch so tun können, als wisse man von nichts, so Brawn: "Um dann nach dem Rennen einen Protest einzulegen. Aber das erschien uns nicht richtig."

Die FIA erklärte, Whiting habe zunächst den Reifenhersteller unmittelbar nach dem Ungarn-Rennen informiert. Drei Tage später habe er alle Teams in einem Brief unterrichtet.

Derzeit ist noch unklar, wie sich die betroffenen Teams beim nächsten Grand Prix verhalten werden. Die Sportzeitung zitierte Michelin-Manager Pascal Vasselon, wonach der Reifenhersteller bis Monza nichts ändern wolle. "Wir fahren mit diesen Reifen seit zwei Jahren. Wir haben sie zuvor der FIA zur Prüfung gegeben", so Vasselon. Die FIA habe ihr Okay gegeben: "Nach zwei Jahren ist es zu spät, um zu bemerken, dass man sich vertan hat." Vasselon wies auf Interpretationsprobleme hin. "Was heißt denn überhaupt Lauffläche?" Verschiedene Teile des Reifen nützten sich unterschiedlich ab. Zudem müsse festgelegt werden, mit welchen Methoden und wann gemessen werde.

Die FIA erklärte dazu, dass es im Reglement nicht um die Abnutzung beispielsweise durch Randsteine gehe, sondern um Reifenfläche mit konstantem Straßenkontakt. "Es gibt Gründe zur Annahme, dass die fraglichen Reifen eventuell nicht mit jenen übereinstimmen, die am Saisonstart benutzt wurden", erklärte die FIA weiter.

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