FIA korrigiert Ergebnis
Fisichella nun doch Sieger von Sao Paulo

Mit fünf Tagen Verspätung kann sich Gianfranco Fisichella nun doch als Gewinner des Großen Preises von Brasilien feiern lassen. Der Internationale Automobilverband (FIA) korrigierte am Freitag in Paris das Ergebnis des Formel-1-Rennens von Sao Paulo und erklärte den italienischen Jordan-Piloten nachträglich zum Sieger des chaotischsten WM-Laufes der vergangenen Jahre.

HB/dpa PARIS/HAMBURG. Der finnische McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen, der am Sonntag als Gewinner geehrt worden war, wurde auf Platz zwei gesetzt. Räikkönen behielt dennoch die Führung in der Gesamtwertung nach drei WM-Rennen mit 24 Punkten.

Der 30-jährige Fisichella kam dank des FIA-Beschlusses zu seinem ersten Sieg nach 110 Formel-1-Rennen. "Ich bin sehr glücklich, dass die FIA anerkannt hat, dass ich den Brasilien Grand Prix gewonnen habe. Ich habe immer gewusst, dass dies der Fall ist", sagte er. Er sei jedoch enttäuscht, "dass ich nicht meinen Moment ganz oben auf dem Podium hatte". Sein Chef Eddie Jordan jubelte nach der Verhandlung im FIA-Hauptquartier in Paris: "Gerade in diesem Moment ist jeder Sieg ein wichtiges Resultat für uns."

Der Jordan-Rennstall hatte bei der FIA Beweise vorgelegt, dass Fisichella schon in der 56. von 71 geplanten Runden war, als das "Chaosrennen" von Interlagos abgebrochen wurde, und somit der Stand nach Ende der 54. Runde gewertet werden musste. Der von schlechtem Wetter begleitete spektakuläre WM-Lauf im Autodromo Juan Carlos Pace war am Sonntag nach Unfällen des Jaguar-Fahrers Mark Webber und des Renault-Piloten Fernando Alonso abgebrochen worden.

Die Rennkommissare gingen davon aus, dass das Rennen in der 55. Runde beendet worden war. Laut Paragraf 154 des sportlichen Formel-1- Reglements wird im Fall eines Rennabbruchs die Reihenfolge gewertet, die zwei Runden zuvor bestand. Somit wurde der Finne Räikkönen zum Sieger erklärt, da er nach der 53. Runde in Führung gelegen hatt. Fisichella überholte Räikkönen erst in der 54. Runde überholt.

"Nach genauer Untersuchung der Aufzeichnungen der bei dem Rennen für die Zeitnahme verantwortlichen Organisation haben die Rennkommissare festgestellt, dass der Wagen Nummer elf (Fisichella) die 55. Runde beendet hatte und in die 56. Runde gestartet ist, befort das Zeichen zum Abbruch des Rennens gegeben wurde", hieß es in einer FIA-Mitteilung. Somit gelte das Klassement nach Ende der 54. Runde. Der Vorgang ist ungewöhnlich. Zwar hatte die FIA auch in der Vergangenheit einige Male Ergebnisse korrigiert, doch zumeist wurde die Rangliste auf Grund von Verstößen von Teams oder Fahrern verändert. In diesem Fall revidierte der Verband die Entscheidungen seiner Rennkommissare in Brasilien.

Der Spanier Alonso bleibt auch nach der FIA-Entscheidung Dritter des Brasilien-Rennens vor Räikkönens Teamkollegen David Coulthard, dem Sauber-Piloten Heinz-Harald Frentzen und dem Kanadier Jacques Villeneuve im BAR-Honda. Von der Veränderung profitiert hingegen BMW - Williams-Pilot Ralf Schumacher, der vom neunten auf den siebten Rang vorrückt und noch zwei WM-Punkte erhält. Der Australier Webber fällt dagegen vom siebten auf den neun Platz zurück. Die Gesamtwertung führt Räikkönen vor Coulthard (15) und Alonso (14) an. Fisichella (10) verbesserte sich auf Rang fünf. Der fünfmalige Weltmeister Michael Schumacher, der am Sonntag nach einem Unfall mit seinem Ferrari ausschied, hat weiterhin acht Zähler ebenso wie sein Bruder Ralf, der Mönchengladbacher Frentzen hat sieben Punkte.

Räikkönen gratulierte seinem Konkurrenten Fisichella: "Ich weiß, dass Giancarlo sehr glücklich sein wird", meinte der Finne, der erst in Malaysia sein erstes Formel-1-Rennen gewonnen hatte. Auch McLaren - Chef Ron Dennis erkannte die Entscheidung ohne Murren an. "Die Beweise, die vorgelegt worden sind, lassen keinen Zweifel, dass Giancarlo und Jordan die Gewinner des Brasilien Grand Prix sind. Ich bin froh, dass alle Unklarheiten geklärt sind", sagte er. Mercedes- Motorsport-Chef Norbert Haug sprach ebenfalls von "eindeutigen Beweisen". Fisichella und Jordan-Ford hätten den Sieg verdient.

Vor der Saison hatte niemand damit gerechnet, dass der Rennstall des Iren Eddie Jordan in diesem Jahr in einer Siegerliste auftaucht. Das Team galt vor der WM wegen finanzieller Probleme nicht als konkurrenzfähig. "Es ist eine tolle Nachricht für uns, dass wir den vierten Grand-Prix-Sieg haben, und es zeigt, dass wir noch immer, die Topteams herausfordern können. Das ist sehr befriedigend für ein unabhängiges Team in dem heutigen Umfeld", sagte Jordan. In den ersten beiden Rennen in Australien und Malaysia hatte Jordan-Ford keinen Punkt ergattern können. Nun durfte Eddie Jordan den vierten Formel-1-Sieg ausgerechnet im 200. Grand Prix seines Team feiern.

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