Archiv
Fiat strafft die Autosparte - Mehr Kontrolle für Demel

Fiat-Chef Sergio Marchionne hat am Mittwoch seine Pläne zum Umbau der defizitären Autosparte vorgestellt. Mit der auf ein Team aus 28 Managern konzentrierten neuen Struktur sollen Entscheidungsprozesse beschleunigt werden. Gleichzeitig werden die Geschäftseinheiten der Autosparte auf die reine Vertriebs- und Marketingfunktion beschränkt. Alle übrigen Bereiche wie etwa Produktion und Einkauf sollen markenübergreifend zentral gesteuert werden. Für den Chef der Autosparte, den Österreicher Herbert Demel, bedeutet dies einen deutlichen Machtzuwachs.

dpa-afx TURIN. Fiat-Chef Sergio Marchionne hat am Mittwoch seine Pläne zum Umbau der defizitären Autosparte vorgestellt. Mit der auf ein Team aus 28 Managern konzentrierten neuen Struktur sollen Entscheidungsprozesse beschleunigt werden. Gleichzeitig werden die Geschäftseinheiten der Autosparte auf die reine Vertriebs- und Marketingfunktion beschränkt. Alle übrigen Bereiche wie etwa Produktion und Einkauf sollen markenübergreifend zentral gesteuert werden. Für den Chef der Autosparte, den Österreicher Herbert Demel, bedeutet dies einen deutlichen Machtzuwachs.

Der frühere Audi - und Volkswagen-Manager und ausgewiesene Sanierungsprofi, den Fiat im vergangenen Jahr an die Spitze der Auto-Sparte geholt hatte, solle in dieser Struktur die oberste Kontrolle erhalten. Das Managerteam wird künftig direkt an Demel berichten, der als General Manager fungieren soll. Das Sorgenkind des Konzerns war im ersten Halbjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. An der Mailänder Börse konnte die Fiat-Aktie bis zum Nachmittag nicht profitieren und verlor 9,37 % auf 5,86 ?.

Fiat Bricht MIT Tradition

Der Konzern bricht mit seiner Umstrukturierung und Ausrichtung auf mehr Teamarbeit nach eigenen Angaben die alten Hierarchien auf. "Wir haben schnell reagiert, um eine effektivere und wettbewerbsfähigere Struktur aufzustellen", sagte Unternehmenschef Sergio Marchionne am Mittwoch in Turin. "Unser Ziel war es, das Beste aus den Fähigkeiten unserer Manager und den vorhandenen Führungsqualitäten zu machen. Wir haben damit ein Team geformt, das unter der Kontrolle von Herbert Demel von heute an für den kulturellen Umbau bei Fiat Auto und für alle unsere Erfolgsbemühungen zuständig sein wird", sagte Marchionne.

Bei der Planung der neuen Struktur hat der Konzern nach eigenen Angaben auf Ressourcen aus dem eigenen Konzern, aber auch auf Manager von außerhalb zurückgegriffen. Marchionne beschwor mit der neuen Auswahl des Teams auch eine Änderung der Unternehmenskultur. "Dieser Umbau von Management, Personal und Mentalität wird uns helfen, ein höheres Maß an Verständnis für Verantwortlichkeiten zu finden, aber auch eine schnellere Entscheidungsfindung und mehr Synergien zu entwickeln."

Vier Posten Noch Vakant

Von den 28 Managern des neuen Führungsteams benannte Fiat am Mittwoch 24, die übrigen vier Posten sollen in den nächsten Wochen besetzt werden. Den Plänen zufolge soll Demel selbst Interimsmanager bei der Marke Fiat werden und bis zu einer Nachfolgeregelung Aufsichtsfunktionen über die Vertriebs- und Marketingaktivitäten übernehmen.

Der bisherige Verantwortliche für die Geschäftseinheit, Gianni Coda, wechselt den Angaben zufolge zum Einkaufs-Joint Venture von Fiat mit General Motors (GM) . Verantwortlicher für die Marke Lancia werde weiterhin Daniele Bandiera sein, Luca De Meo behält seinen Posten bei Alfa Romeo. Mit im neuen Team sind auch der frühere Volkswagen-Manager Johan Wohlfarther, der Chef der Netzwerk und Koordinierungs-Division werden soll./t

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%