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Fiat- und GM-Chefs beraten an 'geheimem Ort' über Kaufoption

Der Chef des US-Autokonzerns General Motors , Rick Wagoner, berät an diesem Dienstag mit dem Fiat -Chef Sergio Marchionne über die umstrittene Verkaufsoption der Italiener.

dpa-afx ZÜRICH. Der Chef des US-Autokonzerns General Motors , Rick Wagoner, berät an diesem Dienstag mit dem Fiat-Chef Sergio Marchionne über die umstrittene Verkaufsoption der Italiener. Ein Sprecher von GM Europe bestätigte auf Anfrage lediglich, Wagoner und Marchionne kämen an einem "geheimen Ort" zusammen. Laut italienischen Medienberichten könnten sich die Spitzenmanager in der GM-Europazentrale in Zürich treffen. Auch Fiat-Autochef Herbert Demel sollte an dem Gespräch teilnehmen. Die Unternehmen streiten über die Gültigkeit der vor gut fünf Jahren ausgehandelten Option.

Option AB 2005

Fiat hatte im Jahr 2000 rund 20 Prozent seiner Autosparte an die Amerikaner verkauft. Dieser Anteil hat sich inzwischen durch die Kapitalerhöhung bei Fiat auf etwa zehn Prozent reduziert. Inzwischen hatten sich die Konzerne auf einen zeitlichen Aufschub für die Option geeinigt. Ab dem 1. Januar 2005 nun würde die Klausel in Kraft treten, wonach Fiat auch seinen restlichen Anteil an GM verkaufen kann. Die Option gilt bis zum Juli 2010.

Jedoch vertritt der US-Konzern den Standpunkt, Fiat habe durch eine Kapitalerhöhung den Vertrag gebrochen. Deshalb sei die Option ungültig. GM argumentiert, dass durch die Kapitalerhöhung und den Verkauf des ursprünglich zur Autosparte gehörenden profitablen Bankengeschäfts die Eigentümerstruktur verändert wurde. Eine Veränderung sei aber bei der Aushandlung der Option ausgeschlossen worden, heißt es aus dem Konzern.

Fiat Hält Option FÜR Legitim

Fiat sieht die Rekapitalisierung, durch die sich die Beteiligung von GM mittlerweile auf zehn Prozent reduziert hat, hingegen als völlig legitim an. Zuletzt hieß es sogar, Fiat wolle rechtliche Schritte einleiten, um die Gültigkeit der Option durchzusetzen. In Branchenkreisen wird die mögliche Reaktion von GM unterschiedlich bewertet.

So könnte der US-Konzern seinerseits vor Gericht ziehen, sich möglicherweise aber auch "freikaufen". Fiat-Chef Marchionne hatte zuletzt in einem Interview angekündigt, er werde die Partnerschaft mit GM überdenken müssen, sollte Fiat Auto nicht an die Amerikaner verkauft werden. GM und Fiat betreiben zusammen drei Joint Ventures, darunter das Motoren-Unternehmen "Powertrain".

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