Fiedler unterstützt Rürup-Kommission: Barmer rechnet mit steigenden Kassenbeiträgen

Fiedler unterstützt Rürup-Kommission
Barmer rechnet mit steigenden Kassenbeiträgen

Trotz der bereits verabschiedeten Spargesetze der Bundesregierung rechnet die Barmer-Ersatzkassen mit weiter steigenden Beiträgen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Reuters BERLIN. Für den durchschnittlichen GKV-Beitragssatz werde es zum Jahreswechsel 2003/2004 sehr eng, sagte der Chef der Barmer Ersatzkasse, Eckart Fiedler, am Dienstag in Berlin. "Ich würde tippen, dass er bis auf 14,8 Prozent steigen könnte. Das ist eine Folge der weg brechenden Einnahmen: Die Konjunktur springt nicht an, und die Arbeitslosigkeit steigt." Derzeit liegt der durchschnittliche GKV-Beitragssatz bei 14,3 Prozent. Die Barmer selbst werde den eigenen Beitragssatz bei 14,9 Prozent halten. Bei der Barmer sind rund acht Millionen Menschen in Deutschland versichert.

Fiedler unterstützte ausdrücklich Überlegungen aus der Rürup-Kommission zur Reform der sozialen Sicherungssysteme, auch Beamte und Selbstständige in die gesetzlichen Kassen einzubeziehen. "Es ist richtig, Schritt für Schritt die Versicherungspflichtgrenze hoch zu ziehen und damit eine umfassende Versicherungspflicht für Arbeitnehmer und im zweiten Zug auch für Selbstständige und Beamte einzuführen. Es kann nicht sinnvoll sein, dass sich gerade junge und gut verdienende Menschen dem Solidaritätsmodell entziehen", sagte Fiedler. Im Gegenzug könnten die privaten Kassen sich auf das Geschäft mit Zusatzpolicen beschränken. Er halte es auch für erwägenswert, Miet- und Zinseinnahmen in die Berechnung der Kassenbeiträge einzubeziehen.

Der Kassenchef lehnte tief greifende Einschnitte in den Leistungskatalog der Kassen ab. "Die Ausgliederung von Leistungen wie des Krankengeldes oder von Zahnersatz halte ich für ein untaugliches Mittel, die Kostenseite in den Griff zu bekommen. Wenn sich Menschen dann zum Beispiel Zahnsanierungen nicht mehr leisten können, dann führt das zu Folgeerkrankungen etwa im Magen-Darm-Trakt, die auch wieder von der Kasse übernommen werden müssen." Es könne aber überlegt werden, dass die Versicherten Fahrtkosten künftig verstärkt selbst übernehmen.

Fiedler begrüßte Pläne von Bundessozialministerin Ulla Schmidt (SPD), die Zuzahlungen für Arzneimittel für jene Patienten von derzeit vier bis fünf auf ein Euro zu senken, die vor einem Facharztbesuch den Hausarzt konsultieren. "Ich halte es grundsätzlich für richtig, dass die Lotsenfunktion des Hausarztes im Gesundheitswesen gestärkt wird", sagte er.

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