Fifa-Auflagen erschweren Sponsorensuche
Deutschland braucht für WM 2006 Geld von der Fifa

Der Internationale Fußball-Verband Fifa wird in Kürze über seine finanzielle Unterstützung der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland entscheiden. Eine entsprechende Vereinbarung mit dem deutschen WM-Organisationskomitee stehe kurz vor dem Abschluss und soll bis Ende Mai endgültig getroffen werden. Dies kündigte Horst R. Schmidt, Generalsekretär des Deutschen Fußball- Bundes (DFB), in einem dpa-Gespräch an.

dpa FRANKFURT/MAIN. "Der Vertrag wird noch vor Beginn der WM 2002 unterschrieben", sagte Schmidt. Die genaue Summe sei noch nicht fixiert. Sie dürfte sich aber in einem ähnlichen Rahmen bewegen wie bei der WM in Asien. Die OKs der Titelkämpfe in Japan und Südkorea hatten von der Fifa jeweils 100 Mill. Dollar erhalten.

"Für uns ist diese Unterstützung lebenswichtig", betonte Schmidt die Bedeutung der Vereinbarung. Denn die Kosten für die zweite Weltmeisterschaft in Deutschland nach 1974 werden weit höher ausfallen als mit 250 Mill. Euro zunächst kalkuliert, die Rede ist inzwischen von 300 bis 400 Mill. Euro.

Die Zuwendungen der Fifa werden sich in zwei Bereiche aufteilen, einem Fixbetrag in wohl dreistelliger Millionenhöhe und einer gegenüber vergangenen Weltmeisterschaften erweiterten Einnahme- Möglichkeit im Marketing-Bereich. Ursprünglich sollte das Thema Anfang März in Zürich abschließend diskutiert werden. Doch die Turbulenzen um Fifa-Präsident Joseph Blatter drängten bei der Sitzungswoche alles andere in den Hintergrund.

Nun soll der Vertrag auf der nächsten Fifa-Exekutivsitzung Ende Mai in Seoul unter Dach und Fach gebracht werden. "Ich hoffe, die Fifa kommt schnell wieder in ruhiges Fahrwasser zurück, damit wir die finanziellen Dinge klären können", meinte Schmidt. Zwar hätten die Vorgänge in der Fifa-Zentrale auf dem Züricher Sonnenberg keine Auswirkungen auf den Marketingsektor gehabt, doch den deutschen WM- Organisatoren ist wichtige Zeit verloren gegangen.

Bei der Sponsorensuche ist das OK vom Weltverband abhängig. Nationale Interessenten können erst ins Boot geholt werden, wenn alle internationalen Sponsoren-Verträge abgeschlossen sind. Dabei dürfen die sechs nationalen Sponsoren, von denen sich das OK rund 50 Mill. Euro verspricht, nicht aus der gleichen Branche kommen wie die Top-Sponsoren der Fifa. Bislang hat das OK mit dem Energiekonzern EnBW erst einen deutschen Partner präsentiert, der zweite soll demnächst folgen. "Wir führen eine Fülle von Gesprächen", meinte Schmidt, der die Auseinandersetzungen in der Fifa-Führung als "nicht förderlich" bezeichnete.

Zunächst steht jedoch eine andere Entscheidung an: Am 15. April werden in Frankfurt/Main die zwölf WM-Spielorte offiziell verkündet. In der vergangenen Woche hatten DFB-Vertreter bei der Fifa eine Grundbewertung der 16 Stadien vorgenommen. Am 14. April tagen das OK-Präsidium und der Aufsichtsrat, einen Tag später treffen die OK-Gremien mit Fifa-Vertretern zusammen. Bei dieser Sitzung werden dann vier Bewerber ausgemustert. "Es wird ganz schwierig und ein enges Rennen, weil alle Beteiligten sich mit großem Engagement vorbereitet haben", räumte Schmidt den Kandidaten gleiche Chancen ein.

Als sichere WM-Spielorte gelten Berlin, Dortmund, Gelsenkirchen, Hamburg, Leipzig, München und Stuttgart. Nach Ansicht von Schmidt hätten alle Bewerber den Zuschlag verdient, "aber es muss eine gewisse Konzentration geben, damit die WM zügig abgewickelt werden kann". Mehr Stadien würden einen größeren finanziellen Aufwand erfordern. Und genau den können sich die WM-Planer nicht mehr leisten.

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