FIFA lehnt Schiedsrichterwechsel ab
Keine Extrawurst für die Türkei

Nach schlechten Erfahrungen im Brasilien-Spiel zweifeln die Türken jetzt an der Qualifikation des für das Spiel gegen Costa Rica angesetzten Schiedsrichters Codjia aus dem Benin. Der habe beim Afrika-Cup-Spiel Senegal-Nigeria drei Gelbe und vier Rote Karten verteilt. Die FIFA lehnt einen Schiedsrichterwechsel ab.

dpa SEOUL. Der Türkei werden bei der Weltmeisterschaft keine Sonderwünsche erfüllt. Der Fußball-Weltverband FIFA lehnte das Ansinnen von Manager Can Cobanoglu ab, den Schiedsrichter für das zweite Gruppenspiel der Türkei am Sonntag (11.00 Uhr) in Incheon gegen Costa Rica zu wechseln. "Es gehört nicht zu den Gewohnheiten der FIFA, einem derartigen Wunsch stattzugeben", sagte dazu am Donnerstag FIFA-Mediendirektor Keith Cooper in Seoul.

Die Türkei hatte Bedenken gegen den angesetzten Schiedsrichter Coffi Codjia aus dem Benin geäußert. Dem 34 Jahre alten Hobby- Radfahrer aus Cotonou trauen die Türken in diesem wichtigen Spiel die Leitung nicht zu. Es sei keine gute Wahl, da der Referee zu wenig Erfahrung habe, meinte der türkische Manager. Er führte in einem Telefonat mit der FIFA zur Begründung an, dass Codjia beim Spiel um den Afrika-Cup zwischen dem Senegal und Nigeria drei Gelbe und vier Rote Karten gezückt habe.

Für die Türkei geht es nach dem 1:2 gegen Brasilien zum WM-Auftakt im Spiel gegen Costa Rica um die mögliche Teilnahme am Achtelfinale. Bei einer Niederlage scheidet das Team von Trainer Senol Günes aus dem Turnier aus. Das wäre für die Türkei, die sich nach 48 Jahren erst zum zweiten Mal für eine WM qualifiziert hat, eine große Enttäuschung.

Die nach der Niederlage gegen Brasilien in der Türkei geübte Schiedsrichter-Schelte für Yung Joo Kim aus Südkorea ist nach Meinung von Senes Erzig "frei erfunden" und gibt nicht die Auffassung der Verbandsführung wider. "Die Kritik gibt es nicht. Sie ist frei erfunden", erklärte das FIFA-Exekutivmitglied in einem Brief an den Weltverband. "Ich würde ohnehin nicht in eine derartige Diskussion Eingreifen", führte Erzig, zugleich Vorsitzender der FIFA - Schiedsrichterkommission, in seinem Schreiben weiter aus.

Der türkische Fußball-Präsident Haluk Ulusoy hatte in seiner ersten Erregung den Schiedsrichter für die Niederlage verantwortlich gemacht. "Menschen aus der Türkei haben im Krieg den Koreanern geholfen. Dieser Referee uns aber nicht", wurde Ulusoy in den Medien zitiert. Kim hatte kurz vor dem Abpfiff einen Foulelfmeter für Brasilien verhängt, den Rivaldo zum Siegtreffer für die Südamerikaner verwandelte.

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