Film-Erfolge
AOL Time Warner steigert Gewinn deutlich

Der weltgrößte Medienkonzern AOL Time Warner hat seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal unter anderem dank Film-Kassenschlagern wie "Matrix Reloaded" fast verdreifacht. Das positive Bild wurde allerdings getrübt durch deutlich fallende Werbeeinnahmen bei der Internetsparte AOL und einer Rüge der US-Börsenaufsicht SEC.

Reuters NEW YORK. Der Netto-Gewinn stieg auf 1,1 Mrd. Dollar von 394 Mill. Dollar vor einem Jahr, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Das Ergebnis sei auch durch Kostensenkungen bei der Internetsparte AOL gestützt worden. Allerdings konnte AOL Time Warner auch eine Reihe von Sondererträgen verbuchen, unter anderem durch den Verkauf seines Anteils an dem Kabelsender Comedy Central und den Vergleich in einem Rechtstreit mit dem Softwarekonzern Microsoft.

Vor einigen Sonderposten erzielte das Unternehmen nach Angaben einer Sprecherin einen Gewinn je Aktie von rund zwölf Cent nach 24 Cent im Vorjahr. Von Reuters befragte Analysten hatten aber auf dieser Basis einen Gewinn je Aktie von nur zehn Cent je Aktie erwartet.

Der Umsatz stieg den Angaben zufolge um sechs Prozent auf 10,82 Mrd. Dollar und lag damit auch knapp über den Analystenprognosen von 10,65 Mrd. Dollar. Für das Gesamtjahr prognostizierte der Konzern ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Die Verschuldung, die AOL Time Warner mit dem Verkauf von Geschäftsbereichen senken will, fiel zum Ende des Quartals auf 24,2 Mrd. Dollar von noch 26,3 Mrd. Dollar Ende März.

SEC-Prüfung belastet

Der schwache Werbemarkt macht aber vor allem der Internetsparte AOL weiter zu schaffen. AOL Time Warner rechne in diesem Jahr mit einem Einbruch der Werbeeinnahmen der Sparte von 35 bis 45 % und einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das operative Ergebnis werde wohl stagnieren oder auch leicht sinken. Im zweiten Quartal seien die Werbeeinnahmen der Sparte AOL um 48 % gefallen. Außerdem ging die Zahl der Abonnenten um 1,2 Mill. zurück.

Zu dem Medienriesen gehören neben AOL, das Filmstudio Warner Brothers, der Musikkonzern Warner Music, Publikationen wie das "Time Magazin" und Fernsehsender wie HBO und CNN. Bilanzprüfungen der SEC, das schwierige Marktumfeld, personelle Turbulenzen und eine hohe Verschuldung hatten in der Vergangenheit für Unruhe in dem Konzern gesorgt.

Nach mehrmonatigen Untersuchungen beanstandete die US-Börsenaufsicht nun die Bilanzierung bei zwei Transaktionen der Sparte AOL mit dem Bertelsmann-Konzern, wie AOL Time Warner bekannt gab. Die Werbegeschäfte seien nach Ansicht der SEC nicht korrekt verbucht worden. Die AOL-Buchprüfer gingen jedoch von einer ordnungsgemäßen Bilanz aus. Die SEC werde die Prüfung einer Reihe weiterer Geschäfte der Internetsparte fortsetzen, hieß es.

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