Filmemacher nutzen neue Digitaltechnik
Hollywood setzt verstärkt auf Computerfilme

ruk/hiz LOS ANGELES. Der jüngste Trend der Filmindustrie Kaliforniens ist nicht mehr zu übersehen: Computeranimation mit intensiver räumlicher Darstellung. Die neuen Werke lassen klassische Zeichentrickfilme, die in zweidimensionaler Cellophanezellen-Technik hergestellt werden, "flach" aussehen. Das gilt nicht nur für den Bildeindruck - am Computer erzeugte 3D-Filme drängen die bisherigen Zeichentrickklassiker auch wirtschaftlich an die Wand.

Nach einem Bericht des Hollywood-Branchenblattes "Variety" haben Einnahmen aus CG-Filmen (kurz für "computer generated") im laufenden Jahr die Umsätze mit klassischen Zeichentrickfilmen deutlich überholt. Spielten 1999 Filme aus Cell-Technik noch 358 Mill. $ in die Kassen Hollywoods, ist es in diesem Jahr genau umgekehrt. Mit 258 Mill. $ haben nun die 3D-Filme die Nase vorn, während die traditionellen Trickfilme nur 182 Mill. $ einspielten. Der Gesamtumsatz mit Trickfilmen ist diesem Zeitraum um ein Viertel auf 440 Mill. $ gesunken.

Im Wettbewerb dieses Sommers hat der Märchenfilm "Shrek" des Rebellenstudios Dreamworks die Produktion "Atlantis: The Lost Empire" (Atlantis - das verlorene Imperium) der Disney Studios um Längen geschlagen. Während Disney bisher mit Mühe und Not 100 Mill. $ einspielen konnten, erwirtschaftete Dreamworks 362 Mill. $.

Erster computerisierter Film ist ein Flop

Die Produktion von CG-Filmen ist nach Einschätzung von Brancheninsidern in Hollywood heute deutlich kostengünstiger zu bewerkstelligen als die in klassischer Cell-Technik. Eine Produktion in Computertechnik kostet im Schnitt 50 Mill. $, während in der traditionellen Methode leicht die doppelte Summe aufgebracht werden muss.

Die räumliche Eroberung der Filmkulissen durch Computeranimation war auch das Thema der 28. Siggraph, einer Spezialmesse für Computergrafik, die in der vergangenen Woche in Los Angeles stattfand. In Zeiten besonders starker Kostenreduzierungen versucht die Filmindustrie in verstärktem Maße Kulissen, Requisite und sogar Schauspieler aus dem Computer entstehen zu lassen. Zwar war der erste voll computerisierte Film "Final Fantasy" wegen einer schlechten Story ein Flop - technisch hat er dennoch Zeichen gesetzt. Hollywood plane nicht, führende Schauspieler durch Computerfiguren zu ersetzten, so der Tenor in Los Angeles, doch ein kostengünstiger Mix aus Realität und Animation ist der Trend der Stunde.

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