Filmfinanzierer senkt erneut Umsatzprognose
Internationalmedia halbiert Zahl der Vorstände

Der Münchener Filmfinanzierer IM Internationalmedia ist in den ersten neun Monaten 2002 tief in die Verlustzone gerutscht und muss wegen der Verzögerung von zwei Filmstarts seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr erneut senken. Die Aktien brachen zeitweise um mehr als 20 Prozent ein.

Reuters FRANKFURT. Vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebita) habe Internationalmedia einen Verlust von 31,6 Millionen Euro verbucht, teilte die im Nemax 50-Index gelistete Gesellschaft am Montag mit. Im Vorjahreszeitraum hatte IM auf vergleichbarer Basis noch 9,9 Millionen Euro Gewinn erzielt. Der Umsatz stieg in den ersten neun Monaten um 77 Prozent auf 156,5 Millionen Euro, wozu vor allem der Film "K-19" mit einem Umsatz von 58 Millionen Euro beitrug. Das U-Boot-Drama mit Harrison Ford in der Hauptrolle war jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben und wird dem Unternehmen vermutlich operativ einen Verlust bescheren.

Wegen des enttäuschenden Kinostarts von "K-19" hatte Internationalmedia bereits im August seine Umsatz- und Ergebnisprognosen gesenkt, aber noch den Start von fünf Filmen in diesem Jahr angekündigt. Nun verschieben sich die Starts der Streifen "Life of David Gale" mit Kevin Spacey und "Dark Blue" mit Kurt Russell auf das nächste Frühjahr. Daher erwartet IM nun für 2002 nur noch einen Umsatz von 250 bis 260 Millionen Euro statt zuvor 270 bis 290 Millionen. Eine neue Ergebnisprognose will das Unternehmen nach den Worten eines Sprechers erst nächste Woche nennen. Zuletzt hatte es geheißen, ein operativer Verlust im Gesamtjahr sei nicht ausgeschlossen.

Vize-Chef verlässt Unternehmen

Wie das Neue-Markt-Unternehmen weiter mitteilte, soll der Vorstand auf zwei von vier Mitgliedern verkleinert werden. Vize-Chef Caspar von Blomberg werde das Unternehmen verlassen, Vorstandsmitglied Graham King sein Mandat niederlegen. Moritz Bormann bleibe Vorstandsvorsitzender. Finanzchef Andreas Konle werde zusätzlich die Verantwortung für Investor Relations und Unternehmensentwicklung übernehmen. Die Vorstandsverkleinerung sei Teil eines Kostensenkungsprogramms, das nächste Woche bekannt gegeben werden solle.

Die liquiden Mittel zum Ende September bezifferte Internationalmedia mit 68,6 Millionen Euro (Ende Juni: 67 Millionen Euro). Damit sind die Barmittel mehr als doppelt so hoch wie die derzeitige Marktkapitalisierung von rund 32 Millionen Euro.

Die in den vergangenen Monaten bereits arg gebeutelten Internationalmedia-Aktien verloren am Morgen zeitweise mehr als 20 Prozent an Wert und notierten unter einem Euro. Anfang des Jahres hatten die Titel noch 25,50 Euro gekostet.

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