Filter sei nicht wirksam
"Metallica" bringt Napster erneut vor Gericht

Trotz einer einstweiligen Verfügung von Anfang März könnten von der Website www.napster.com weiterhin urheberrechtlich geschützte Musiktitel der Gruppe herunter geladen werden, sagte der Rechtsanwalt von "Metallica", Howard King, am Mittwoch in Los Angeles.

Reuters LOS ANGELES. Die US-Heavy-Metal-Band "Metallica" hat erneut gegen die Online-Musik-Tauschbörse Napster geklagt. Der von Napster verwendete Filter hindere die Nutzer nicht wirksam am Tausch der Band-Lieder, hieß es in der beim Bezirksgericht in San Francisco eingegangenen Beschwerde von "Metallica".

Auch die US-Musikindustrie hat sich wegen Missachtung des Richterspruchs bei dem Gericht beschwert. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Napster sich dem Urteil beuge, hieß es in der Anklageschrift des Musikverbandes Recording Industry Association of America (RIAA). Die Online-Musik-Börse muss der einstweiligen Verfügung vom 5. März zufolge von der Musikindustrie identifizierte urheberrechtlich geschützte Songs vom Tausch ausklammern, um einer Schließung zu entgehen. Nach Angaben von King gibt es einen gleich lautenden Richterspruch gegen Napster, der Musiktitel von "Metallica" und "Dr. Dre" betrifft - sie hatten gegen die populäre Musikbörse im März 2000 geklagt.

Zuvor war RIAA im Dezember 1999 gerichtlich gegen Napster vorgegangen. Die größten Plattenfirmen der Welt - untern ihnen Vivendi Universal's, Sony Music, Warner Music, EMI und Bertelsmann - hatten in ihrer Klage geltend gemacht, dass der kostenlose Vertrieb der Musikdateien den Firmen Verluste in Milliardenhöhe verursache.

Napster-Chef Barry wies die neuen Vorwürfe zurück

Napster-Chef Hank Barry wies die neuen Vorwürfe von RIAA als haltlos zurück. Es sei lediglich ein Versuch das Thema zu wechseln, anstatt mit Napster zusammen zu arbeiten, wie es die Verfügung vorgesehen habe. Die Online-Börse, bei der mehr als 60 Millionen Nutzer registriert sind, hatte nach dem Gerichtsurteil angekündigt, rund zwei Millionen Musikdateien zu blockieren. Dafür benutzt Napster eine Technologie, die Namen von Künstlern und Musiktiteln herausfiltert. Nach Meinung von RIAA und "Metallica" ist die Methode jedoch veraltet. Napster-Nutzer könnten durch absichtliche Rechtschreibfehler und das Einfügen von Zahlen den Dateienfilter umgehen, hieß es.

Der deutsche Medienkonzern Bertelsmann war im Herbst 2000 mit der Bertelsmann Music Group aus der Reihe der gegen Napster klagenden Unternehmen ausgeschert und will Napster bis Juli in einen kostenpflichtigen Service umwandeln. Die Band "Metallica" gibt es seit 20 Jahren.

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