Finale gegen AC Mailand
Juve stürzt die „Königlichen" vom Thron

Juventus Turin hat Real Madrids Traum von der Titelverteidigung in der Champions League zerstört und das erste rein italienische Finale in Europas Eliteklasse perfekt gemacht. Durch Tore von David Trezeguet (12. Minute), Alessandro del Piero (43.) und Pavel Nedved (73.) gewann "Juve" am Mittwochabend das Halbfinal-Rückspiel gegen die Spanier mit 3:1 (2:0) und erreichte zum siebten Mal in seiner Vereinsgeschichte ein Landesmeister-Endspiel.

HB/dpa TURIN. Mit einem gehaltenen Foulelfmeter gegen Luis Figo (67.) verhinderte Torhüter Gianluigi Buffon vor 68 000 Zuschauern im Stadio delle Alpi das Anschlusstor und sicherte den verdienten Sieg der Turiner, auf die am 28. Mai in Manchester der Liga-Rivale AC Mailand wartet. Dagegen droht Reals Star-Ensemble, das erst in der 89. Minute durch Zinedine Zidane verkürzen konnte, nach dem K.o. eine Saison ohne Titelgewinn.

Vier Tage nach dem 27. Gewinn des "scudetto" entzauberte Juventus, das zuletzt 1996 im Finale gegen Ajax Amsterdam triumphiert hatte, die Spanier nach allen Regeln der Fußball-Kunst. Italiens Rekord-Champion ging mit großem Selbstbewusstsein daran, den 1:2-Rückstand aus der ersten Partie wettzumachen, und überzeugte mit spielerischer Klasse. Angetrieben vom überragenden Tschechen Nedved und von Edgar Davids wirbelten die Italiener ihren Gegner mächtig durcheinander und deckten zahlreiche Schwächen bei den "Königlichen" auf, die nahtlos an die zuletzt unbefriedigenden Leistungen in der heimischen Primera Division anknüpften und den Nachweis ihrer Spielkunst schuldig blieben.

Zidane bekam bei der Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte im Mittelfeld die Fäden nicht in die Hand. Im Angriff blieb Torjäger Raul beim Comeback nach seiner Blinddarm-Operation gegen die Abwehrrecken Igor Tudor und Paolo Montero praktisch wirkungslos. Da auch von Luis Figo und Weltmeister Ronaldo bei seinem 39-minütigen Einsatz nach auskurierter Wadenverletzung keine Impulse ausgingen, fehlte dem Team von Trainer Vicente del Bosque die sonst gewohnte Kreativität.

Mit dem erhofften frühen Führungstor gelang "Juve" ein Auftakt nach Maß. Flavio Conceicao ließ Nedved ungehindert flanken und in der Mitte leitete del Piero den Ball per Kopf zurück auf Trezeguet, der Iker Casillas aus kurzer Distanz das Nachsehen gab. Auch der zweite Treffer durch del Piero, der sich auf engstem Raum gegen die schwerfälligen Michel Salgado und Fernando Hierro durchsetzte, offenbarte Reals große Schwäche. Seine einzige Chance in den ersten 45 Minuten verbuchte der spanische Rekord-Champion in der 22. Minute, als Guti gegen die auf Abseits spekulierende "Juve"-Abwehr frei zum Schuss kam, aber von Schlussmann Gianluigi Buffon gestoppt wurde.

Mit Ronaldo für Flavio Conceicao, aber nur selten mit überlegtem Spiel startete Real im zweiten Durchgang seine Aufholjagd gegen die Italiener, die sich mit dem Vorsprung im Rücken ganz auf Konter verlegten. Ein Foul von Montero gegen den in abseitsverdächtiger Position stehenden Ronaldo schien das Blatt noch einmal zu wenden, doch Figo scheiterte mit seinem schwach geschossenen Strafstoß an Italiens Nationalkeeper Buffon. Für die endgültige Entscheidung sorgte auf der Gegenseite Nedved, der nach einem Pass von Gianluca Zambrotta auf und davonlief und Casillas zum dritten Mal überwand. Doch ausgerechnet der Tscheche fehlt seiner Mannschaft im Finale wegen einer Gelben Karte.

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